Das steigende Interesse ist dabei nicht nur dem Ausnahmegitarristen aus den USA geschuldet: Über die Jahre haben sich die Bluesenthusiasten aus Schopfheim mit ihrem Festival einen Ruf erarbeitete, der Besucher aus einem immer größeren Radius anlockt. Trout als Headliner zu bezeichnen, täte aber der zweiten Band des Abends Unrecht.

Die Bluesrockband Electrified Soul mit Alexis Camara und Fabian Brugger an der Spitze stammen aus der Region und haben sich längst einen Ruf über die Landesgrenzen hinweg erspielt. „Wir sind extrem dankbar, heute spielen zu dürfen“, freute sich Brugger. Nach der pandemiebedingten Pause startete die Band den Festivalabend mit gewohnter Energie und einigen Stücken von ihrem kommenden Album „61“. Während sich ein Teil des Publikums noch mit Bratwurst und Bier stärkte, lockte es andere direkt auf die Tanzfläche vor der Bühne. Aber auch von den Sitzplätzen gab es reichlich Jubel und Zwischenapplaus für gelungene Soli.

Begeistert: Electrified Soul mit Fabian Brugger und Alexis Camara hatten im Gegensatz zu Walter Trout keine weite Anreise. Der Ruf der Soul und Blues Band aus Südbaden geht jedoch weit über den Hochrhein hinaus.
Begeistert: Electrified Soul mit Fabian Brugger und Alexis Camara hatten im Gegensatz zu Walter Trout keine weite Anreise. Der Ruf der Soul und Blues Band aus Südbaden geht jedoch weit über den Hochrhein hinaus. | Bild: Julia Becker

Da das Festival auch ein Andenken an den Gitarristen Jimi Hendrix war, durfte von Electrified Soul auch eine eigene Hommage an den wohl bedeutendsten Gitarristen fehlen: „Der Song ‚Little Wing‘ ist eines meiner Lieblingstücke und eigentlich der Grund dafür, warum ich mit Gitarrenspielen angefangen habe“, so Brugger.

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Der Auftritt von Walter Trout lockte dann auch die Letzten von ihren Sitzplätzen und bewies, dass das Bedürfnis, besondere Momente mit dem Smartphone festzuhalten, nicht allein der jungen Generation vorbehalten ist. Einzig für seinen Auftritt in Wehr machte Trout auf dem Rückweg von Dänemark in Deutschland Halt. Doch von Reisestress ist dem 70 Jahre alten Musiker nichts anzumerken – ebenso wenig, dass Trout erst vor sieben Jahren eine Lebertransplantation überstanden hat.

Organisiert: Manfred Bockey, Josef Wagner und Klaus Fleck (von links) vom Verein Exbluesive freuen sich über den gelungenen Abend.
Organisiert: Manfred Bockey, Josef Wagner und Klaus Fleck (von links) vom Verein Exbluesive freuen sich über den gelungenen Abend. | Bild: Julia Becker

Er gilt als einer der besten Bluesgitarristen der Welt und wurde diesem Ruf auch in Wehr gerecht. Laut, rockig, schnell – so treibt der Musiker sein Publikum zu immer größerer Begeisterung mit einer Energie und Spielfreude die Ihres gleichen suchen. Vollkommen unprätentiös spielt der Musiker, der in einem Atemzug mit Jimi Hendrix und Eric Clapton genannt wird, dort, wo seine Fans sind. Ein besonders emotionaler und ruhiger Moment ist die Ballade „All out of tears“: Ein Stück für all jene, die jemanden verloren haben, so Trout. Mit Zugabe und passend mit dem nächsten Regenschauer ging ein denkwürdiger Abend zu Ende.