Ausgebuchte Handwerker, fehlendes Material und unkalkulierbare Preise: Wer derzeit eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installieren will, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. So geht es auch der Stadt Wehr, die auf dem großen, nach Süden ausgerichteten Dach des Kläranlagengebäudes eine Solaranlage errichten will.

Doch auf die öffentliche Ausschreibung des Auftrags erhielt die Stadt kein einziges Angebot, wie der Geschäftsführer des Eigenbetriebs Abwasser Frank Lückfeldt im Gemeinderat mitteilte.

Mit der PV-Anlage will er den Strombedarf der Kläranlage weiter senken, nachdem die Energiekosten durch die Klärschlammfaulung und zwei Blockheizkraftwerke schon deutlich reduziert wurden. War die Kläranlage vor Jahren einer der größten Stromverbraucher der Stadt, soll sie künftig möglichst autark arbeiten.

Bild 1: Photovoltaik-Boom: Stadt bekommt keine Angebote für 150.000-Euro-Auftrag
Bild: Marijan Murat

Angesichts der Entwicklungen auf dem Energiemarkt will Lückfeldt in jedem Fall weiterhin an dem Projekt festhalten. Das Vergaberecht sieht für den Fall, dass keine Angebote eingehen, die Aufhebung der Ausschreibung und den Einstieg in ein Verhandlungsverfahren vor.

Das bedeutet, dass mehrere Unternehmen unmittelbar zur Angebotsabgabe aufgefordert und anschließend mit den Bietern verhandelt werden kann. Im Haushalt stehen 150.000 Euro für die Anlage bereit. Bürgermeister Thater stellte klar, dass sich Angebote in diesem Rahmen bewegen müssen. „Sonst vergebe ich den Auftrag nicht“, so Thater.

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