Keine Umzüge und große Feiern, dafür die Suche nach kreativen Ideen und dem Kern der Fasnacht – durch die Corona-Pandemie müssen (nicht nur) die Narren im Wehratal umdisponieren. Wie die nächste Fasnacht aussehen wird, hängt stark vom Verlauf der Pandemie ab und davon, ob es gelingt, mit Sicherheitsabstand Geselligkeit leben zu können.

Es herrscht Einigkeit, nicht nur im Wehratal: „Am letzten Wochenende waren wir bei der Generalversammlung und auch beim Vogteitreffen. Es herrscht Konsens: Es wird runtergefahren“, sagt die Wehrer Zunftmeisterin Petra Meier.

Gleiches gelte in Öflingen: „Das Zunfttreffen in Karsau wurde verschoben, den Einzelzünften wurde die Entscheidung frei gelassen. Aber wir haben in Öflingen alles abgesagt“, erklärt Zunftmeister Michael Sutter. Es sei einfach ein zu großes Risiko, so die beiden Zunftmeister. Beim Ordnungsamt sei man erleichtert über diese Entscheidung, so Stefan Schmitz: „Wir sind sehr dankbar für das Verständnis und die Kooperation. Wir wollen coronakonform möglich machen, was möglich zu machen ist.“

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Konkret bedeutet das: Die Fasnacht wird nicht ausfallen. „Wir wollen im kleinen Kreis die Proklamation am 11.11. durchziehen“, so Meier. Sowohl in Wehr als auch in Öflingen will man einen Narrenbaum stellen, den Fasnachtssonntag und die Verbrennung zelebrieren. „Natürlich wollen wir auch Fahnen hängen, dass man sieht, dass Fasnacht ist“, so Sutter. Es stehen zudem Ideen im Raum wie Miniumzüge in den Stadtteilen oder auch Musik vom Anhänger, wie es das Kulturamt bereits im Mai versucht hat. „Doch wie bekommen wir die Leute dazu, nicht auf die Straße zu kommen?“ , fragt sich Meier. Denn als Veranstalter liegt bei den Narren auch die Verantwortung für die Sicherheit des Publikums.

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Bei Übertragungen im Internet wiederum könnte der Datenschutz ein Hindernis sein, gibt Schmitz zu bedenken. „Wir müssen kreativ sein und Ideen sind auch schon da“, so Meier. Ins Detail gehen wollten die beiden Zunftmeister aber nicht, zu unsicher sei die aktuelle Situation. Die Pandemie könne aber auch eine Gelegenheit für neue Impulse sein, so die Zunftmeister: „Die Fasnacht hat sich in den Jahren stark verändert, ist immer größer geworden“, so Sutter.

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Und Meier ergänzt: „Vielleicht erinnert man sich an die Fasnacht vom damals, mit weniger Veranstaltungen. Und vielleicht kommt so etwas Neues ins Brauchtum.“ So feiere man in der Ortenau in kleineren Wirtschaften, die Musik ziehe von Beiz zu Beiz. Schließlich gehe es nicht um große Partys, sondern um den Zusammenhalt und auch um das Vereinsleben selbst: „Wir sprechen mit den Cliquen, dass in dieser Zeit auch etwas unternommen wird. Sonst fehlt der Zusammenhalt und manche orientieren sich vielleicht um“, so die Sorge von Zunftmeister Sutter.

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