„Die Wehrer Fasnacht wird nicht abgesagt“, aber die Saalfasnacht und die Umzüge können nicht stattfinden – Petra Meier positionierte sich gleich als neu gewählte Oberzunftmeisterin mit klarer Ansage in schwierigen Zeiten. Die Wehrer Narrenzunft wird erstmals in ihrer 146-jährigen Geschichte von einer Frau geführt. Einstimmig gaben die zehn Mitgliederzünfte ihr Votum für die langjährige Zunfträtin Petra Meier am Freitagabend im Storchehus. Ihr Vorgänger Oliver Brüderle wurde zwischenzeitlich Narrenvogt der Vogtei Dreiländereck im Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) und verzichtete deshalb auf eine erneute Kandidatur im Vorstand der Wehrer Narren.

Klar ist: Die Corona-Pandemie zieht auch die Wehrer Fasnacht gehörig in Mitleidenschaft: Deshalb wird es in der kommenden Fasnachtssaison in der Stadt keine Großveranstaltungen geben. Kein Nachtumzug, keine großen Bälle, kein Zunftabend und kein Umzug am Fasnachtssonntag. Ein pragmatischer Realismus herrscht bei den Narren vor. Und der kreative, fasnächtliche Umtrieb wird eher gefördert. „Macht euch Gedanken, was geht und was wir gemeinsam machen können“, appellierte die Oberzunfträtin gleich an die Vertreter der Wehrer Zünfte. Möglichst draußen werden einige fasnächtliche Bräuche stattfinden.

Das Narrenbaumstellen oder die Eröffnung am 11.11. um 11 Uhr 11 wird zelebriert werden. Alles im Rahmen der geltenden Schutzmaßnahmen, das haben die Wehrer Narren verinnerlicht. Die Fasnacht wird nicht ganz ausfallen, aber alles in kleinerem Kreis. Über das Hygienekonzept ist im Einzelnen noch nicht endgültig entschieden worden, aber es herrschte am Freitagabend schon etwas Zuversicht. „Eine außergewöhnliche Fasnacht 2021 kommt, wir zeigen aber Präsenz“, gab Petra Meier als Signal an die Vertreter der Zünfte.

Schon Oliver Brüderle hatte in seinen Abschiedsworten eine abgespeckte Form der Fasnacht angedeutet. Allerorten das gleiche Bild: im Detail liege die Herausforderung der närrischen Saison. Brüderle hatte nach 26 Jahren Vorstandsarbeit in der Bärenzunft und der Wehrer Narrenzunft seine Nachfolge früh geregelt. Das Team habe sich bewährt „und nur so funktioniert Fasnacht“, hielt Brüderle fest.

Von der diesjährigen Jubiläumszunft der Frösche sei eine grandiose Organisation geboten worden und die neue Leitung der Wehrer Zuftabende habe was geboten, resümierte der Narrenvogt das vergangene Jahr. Alles in allem zeigten sich auch die Vertreter der Zünfte mit der Arbeit von Brüderle zufrieden. Nachtumzüge und die Hemliglunki-Bälle haben sich durch die neuen Konzepte beruhigt. Dank starker Polizei- und Securitypräsenz aber auch einer strikten Anwendung des Hausrechtes ist weitgehend Ruhe eingekehrt. Die Fasnacht stehe wieder im Mittelpunkt, die einstigen Entgleisungen sind passé.

Die Wehrer Narrenzunft hat einen reibungslosen Wechsel in der Führung vollzogen. Petra Meier (links) ist die neue Oberzunfträtin, Sarah Schaffner wechselt von ihrem Beisitzerposten in die Führung vom Dachverband der zehn Wehrer Zünfte.
Die Wehrer Narrenzunft hat einen reibungslosen Wechsel in der Führung vollzogen. Petra Meier (links) ist die neue Oberzunfträtin, Sarah Schaffner wechselt von ihrem Beisitzerposten in die Führung vom Dachverband der zehn Wehrer Zünfte. | Bild: Gerd Leutenecker

Brüderle lobte die neu gewonnene Zusammenarbeit der Zünfte; „Wir ziehen alle an einem Strang, dem Strang Fasnacht.“ Die obligatorischen Berichte jeder Zunft gehören zur Generalversammlung dazu. Alles etwas eingeschränkt, auf zahlreiche Zunftaktionen ist im letzten halben Jahr verzichtet worden. Mit der Wahl der gesamten Vorstandschaft zeichnet sich ein Bild der Kontinuität ab.

Neben Meier ist Sarah Schaffner als Zunfträtin neu gewählt worden. Christian Martin wollte aufhören. Kanzelar Melanie Wetzel und Schatzmeister Klaus Frey erhielten eine einstimmige Bestätigung. Die Festwirte und Beisitzer bekamen ebenso das Vertrauen ausgesprochen.

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