Zwei Sitzgelegenheiten mit Aussicht und ein neu gestaltetes Strandufer werten seit vergangenem Jahr das Wehrer Rheinufer auf. Der neue Aussichtsturm und der Steg für die Kanusportler lassen allerdings immer noch auf sich warten: Die Fertigstellung des Wehrer Beitrags zum IBA Projekts Rheinuferweg extended verzögerte sich durch bürokratische Hürden, die aufwendige Koordination und die Auswirkungen der Pandemie.

Nun kündigt Bürgermeister Michael Thater an, dass die beiden offenen Baustellen im ersten Quartal diesen Jahres abgeschlossen werden. „Der Holzbau für den Turm ist vergeben, das Holz ist da“, erklärt Thater. „Wir rechnen damit im ersten Quartal, spätestens im Sommer, das Wehrakliff fertigzustellen.“

So soll der neue Aussichtsturm an der Wehramündung aussehen.
So soll der neue Aussichtsturm an der Wehramündung aussehen. | Bild: Statbauamt

Auch das zweite offene Projekt soll zeitnah abgeschlossen werden: „Auch die Landestelle ist vergeben und soll im März oder April kommen“, so Thater. Zusätzlich sollen die neuen Stufen am Brennetufer nachträglich mit einer Steighilfe ausgestattet werden. Im Sommer sei dann auch eine kleine Abschlussfeier angedacht. „Das ist ein echtes Leuchtturmprojekt“, freut sich Thater. Ausgehend von den beiden Rheinfelden habe man eine gemeinsame Idee umgesetzt.

Das Ziel sei ein hoher Wiedererkennungswert, den man durch einheitliche Beschilderung und eine vergleichbarer Möblierung erreichen wolle. Mit den bereits fertig gestellten Projekten zeigt sich der Bürgermeister sehr zufrieden. Die beiden natürlich gestalteten Sitzgelegenheiten am Rhein würden gut angenommen. Auch die Stufen am Brennetufer seien gelungen, auch wenn sie wegen des Wetters und der Pandemie bislang weniger genutzt wurden.

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Die Preisentwicklung im Holzbau im Frühjahr 2021 sei sehr überraschend gewesen, erklärt der Bürgermeister. Eigentlich habe man die verbleibenden Projekte zum Abschluss der IBA Basel Anfang Mai 2021 fertig stellen wollen – dann habe man den Bau des Holzturms an der Wehrabucht aber verschoben, um günstigere Preise abzuwarten. Dazu habe man organisatorische Probleme gehabt, was den Fortschritt der Wehrer Projekte weiter gebremst habe, erklärt Thater. Für die Fördermittel sei die Verzögerung allerdings kein Problem: Erst bis Juni 2023 müsse die Abschlussrechnung erstellt werden.

Malerisch: von den zwei geschützt liegenden Sitzbänken am Wasser kann man Richtung Säckingen und Schwörstadt blicken.
Malerisch: von den zwei geschützt liegenden Sitzbänken am Wasser kann man Richtung Säckingen und Schwörstadt blicken. | Bild: Julia Becker

Das Projekt hatte bereits eine lange Vorlaufzeit: Schon im Februar 2017 gab der Gemeinderat grünes Licht, aber erst Anfang 2021 kam die Baugenehmigung für die vier Maßnahmen in Wehr. Neben der aufwendigen Koordinierung und Planung sorgten die Auflagen für Baumaßnahmen an Gewässern für Verzögerungen.

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Ursprünglich kostet die Aufwertung des Rheinufers in Wehr rund 281.000 Euro und wird als Interreg-Projekt zu 70 Prozent gefördert – der Eigenanteil der Stadt betrug gut 85.000 Euro. Vor allem die gestiegenen Holzpreise sorgen nun für Mehrkosten von rund 40.000 Euro. „Wir haben nochmal eine Förderung über die Interreg beantragt und sind guter Dinge eine Aufstockung zu erhalten“, so Thater