Zwar trägt Wehr bislang mit 330 Hektar nur eine kleine Fläche bei, doch mit der nun eröffneten Infostelle wurde ein deutliches Bekenntnis für das Modellprojekt gegeben. Als zweite Gemeinde überhaupt habe Wehr das „Große Besteck“, so Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, geordert: Aufsteller aus regionalem Weißtannenholz, reichlich Infomaterial und zwei digitale Infopulte.

Werbung für den Südschwarzwald

Die Materialien im Wert von 25.000 Euro werben nun als Dauerleihgabe für den Südschwarzwald und seine besondere Kulturlandschaft. Um sowohl jung und alt, Wehrer und Besucher zu erreichen, habe man mit dem Stadtmuseum neben der Touristinformation sowie der Mediathek zwei unterschiedliche Standorte gewählt, so Thater.

Informiert: Besonders das digitale Infopult mit eigens entwickelter App erfreue sich großer Beliebtheit, so Jan-Hendrik Faßbender von der Geschäftstelle des Biosphärengebiets.
Informiert: Besonders das digitale Infopult mit eigens entwickelter App erfreue sich großer Beliebtheit, so Jan-Hendrik Faßbender von der Geschäftstelle des Biosphärengebiets. | Bild: Julia Becker

Zudem liege hier auch der Zielpunkt des beliebten Schluchtensteigs. Langfristig will sich Wehr noch stärker einbringen: Alle zehn Jahre wird das Modellprojekt neu aufgesetzt – mit Zustimmung des Gemeinderats besteht 2026 die Möglichkeit, die gesamte Gemeinde in das Biosphärengebiet einzubringen.

Vielseitig: Der Umweltbeauftragte Clemens Thoma, Kultur- und Tourismusamtsleiter Frank Johannes Wölfl und der Vorsitzende des Förderkreises Stadtmuseum Armin Kronberger zeigen, dass das Biosphärengebiet viele Facetten hat.
Vielseitig: Der Umweltbeauftragte Clemens Thoma, Kultur- und Tourismusamtsleiter Frank Johannes Wölfl und der Vorsitzende des Förderkreises Stadtmuseum Armin Kronberger zeigen, dass das Biosphärengebiet viele Facetten hat. | Bild: Julia Becker

Auch überlege man seitens der VHS Wehr eine Bewerbung für das Partnerprogramm des Biosphärengebiet, so Thater. „Wehr war von Anfang an mutig dabei“, lobt Regierungspräsidentin. In anderen Gemeinden habe es Bedenken seitens der Landwirte gegeben, dass eine Teilnahme zu viele Einschränkungen und Bürokratie bringe. Diese habe man aber hoffentlich ausgeräumt, so Schäfer: „Nach zehn Jahren dürfen wir den Kreis erweitern, ich rechne damit das es mehr werden.“

Blick auf das Biosphärengebiet

Das zweite Biosphärengebiet in Baden-Württemberg (nach der Schwäbischen Alb) wurde 2016 eingerichtet. Seit Mitte Juni 2017 ist das Gebiet auch als Unesco-Biosphärenreservat anerkannt. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Bernau und ist eine Außenstelle des Regierungspräsidiums Freiburg. Infostellen gibt es in Wehr, Dachsberg, St. Blasien-Menzenschwand, Zell und Horben.

  1. .Wer ist dabei? Aktuell sind 29 Gemeinden beteiligt, sowohl mit Teilflächen oder als gesamte Gemeinde. Das gesamte Gebiet umfasst über 63 000 Hektar. Mit dabei sind neben Wehr noch Albbruck, Bernau, Dachsberg, Höchenschwand, Häusern, Ibach, St. Blasien, Ühlingen-Birkendorf, Aitern, Böllen, Fröhnd, Hausen im Wiesental, Häg-Ehrsberg, Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald, Schönenberg, Schopfheim, Todtnau, Tunau, Utzenfeld, Wembach, Wieden, Zell im Wiesental, Hinterzarten, Horben, Oberried, Schluchsee und die Stadt Freiburg.
  2. .Warum gibt es das Biosphärengebiet? Ziel ist es, großräumige und charakteristische Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten, zu fördern und zu entwickeln. Dafür gibt es Kernzonen mit einem ähnlichen Status wie Naturschutzgebiete – wie etwa der Bannwald in Wehr. Pflegezonen sollen ebenfalls besonders geschützt werden und die Entwicklungszonen durch eine ökologische Wirtschaftsentwicklung gefördert werden. Dafür kooperiert das Biosphärengebiet unter anderem mit dem Naturpark Südschwarzwald und der Schwarzwald Tourismus GmbH.
Julia Becker