Vor der Neueröffnung des „Storchehus“ in Wehr am 3. Oktober laufen aktuell noch letzte sehr umfangreichen Renovierungsarbeiten, unter anderem wurde die Küche modernisiert. Mehr als 100 000 Euro investierte die Eigentümerin Margot Richter in das unter Denkmalschutz stehende Gebäude.

Eine weitere Investition ist noch in der Vorbereitung: An der Ostseite könnte im nächsten Jahr ein Außenfahrstuhl installiert werden. Die steile Treppe zum Veranstaltungsraum im Dachgeschoss stellte gerade für älteren Besuchern eine Herausforderung dar. Hier müsse aber noch die Finanzierung geklärt werden, so Margot Richter.

Das Traditionshaus wurde nicht nur wegen seiner Gastronomie schmerzlich vermisst: Auch viele Vereine mussten sich für ihre versammlungen Auswichquartiere suchen. Der Kleinkunstbereich des Wehrer Kulturprogramms litt unter Zuschauerschwund, weil die geschätzte Kombination aus Gastronomie und Unterhaltung fehlte. Für das kommende Jahr sind nun wieder Veranstaltungen im „Storchehus“ eingeplant, so Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl.

Geschichte reicht weit zurück

Das „Storchehus“ ist das einzig erhaltende spätmittelalterliche Gebäude in Wehr, erbaut 1547 von Rudolf von Schönau als Wohnsitz und Amtshaus. Möglicherweise wurde hier sogar an der Talordnung von 1557 geschrieben, in welcher erstmals die Verfassung des Tals und der Gemeinde Wehr schriftlich fixiert wurde. Lange war das Haus aufgrund unklarer Besitzverhältnisse in einem schlechten Zustand. In den 80er Jahren erwarben Hermfried Richter und seine Frau Margot das „Storchehus“ und sanierten es grundlegend.