"Die größte Investition seit dem Bau der Kläranlage" nennt Bürgermeister Michael Thater den aktuellen Bau der Klärschlammfaulungsanlage, der den Haushalt 2019 des Eigenbetriebs Abwasser in besonderer Weise prägt. Die stattliche Summe von 1,8 Millionen Euro ist hierfür im kommenden Jahr veranschlagt. Die übrigen Investitionen in der Sparte Klärung – zwei Schlammpumpen und eine Schlammsiebung – sind mit 132 000 Euro dagegen fast zu vernachlässigen. In der zweiten Sparte Kanal sind Sanierungen in Höhe von 523 000 Euro eingeplant – allein 244 000 Euro für den Abwasserkanal in der Breitmattstraße, die derzeit saniert wird. Um die außergewöhnlich hohen Investitionen zu schultern, plant die kaufmännische Geschäftsführerin Andrea Frommherz für den Eigenbetrieb eine Darlehensaufnahme von 2,2 Millionen Euro ein. Die hohen Investitionen sollen in den kommenden Jahren Früchte tragen: Zum einen durch geringere Kosten für die Klärschlammentsorgung, zum anderen durch sinkende Energieaufwendungen, da ein Teil des Stroms durch die Klärschlammfaulungsanlage selbst erzeugt werden kann.

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Eigenbetrieb macht sich bezahlt

Deutlich entspannter kann der kaufmännische Geschäftsführer des zweiten Wehrer Eigenbetriebs (Energie, Wasser, Bäder) Erich Götz auf den Haushalt 2019 blicken: Durch die Sparte Wasser steht zwar auch hier eine Darlehensaufnahme in Höhe von 210 000 Euro an, dem steht aber auch eine Tilgung alter Darlehen in Höhe von 435 000 Euro entgegen. Einmal mehr zeigt sich der Sinn, die verlustreiche Sparte "Bäder" und die ertragreichen Badenova-Beteiligung unter dem Dach eines Eigenbetriebs zusammenzufassen. Denn der Verlust der Bäder in Höhe von 604 000 Euro kann mit dem Gewinn aus den Beteiligungen in Höhe von 501 000 Euro nahezu ausgeglichen werden. Lukrativ ist das Modell durch die erzielte Steuerersparnis in sechsstelliger Höhe.

Bürgerstiftung weiter in Konsolidierungsphase

In ihrem letzten Wirtschaftsplanentwurf als Geschäftsführerin der Bürgerstiftung plant Nicole Herfert mit einem Gewinn von 36 000 Euro. Die 36-Jährige verlässt die Bürgerstiftung bekanntlich in Richtung Landratsamt Lörrach und hinterlässt ihrer Nachfolgerin Stefanie Trierweiler die Aussicht auf ein finanziell ruhiges Jahr. Eingeplant sind kleinere Instandhaltungsmaßnahmen im niedrigen fünfstelligen Bereich und nur geringe Investitionen. Dadurch bleibt genügend Luft für den Abbau von Schulden, die in den kommenden Jahren jeweils um 180 000 Euro sinken sollen. Dies sei mit Blick auf die Zukunftspläne auch notwendig, erklärte Bürgermeister Michael Thater. Mitte der 2020er-Jahre werde die Stiftung das nächste Großprojekt ins Auge fassen: Die Erweiterung des Pflegeheims. Bis dahin soll der Schuldenstand zurückgefahren werden.

Nicole Herfert, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Wehr, zeigt sich zufrieden über den Bauverlauf am Haus Merian. BILD: ELIA JASCH-RAMSTECK
Nicole Herfert, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Wehr, zeigt sich zufrieden über den Bauverlauf am Haus Merian. BILD: ELIA JASCH-RAMSTECK | Bild: Gabriela Jasch-Ramsteck