Vor mehr als etwas einem Jahr diskutierten vier Bundestagskandidaten des Landkreises Waldshut in Murger Weltlädeli über den Fairen Handel. Am Donnerstag gab es eine Fortsetzung in Wehrer Weltladen. Wieder mit dabei waren Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) und Felix Schreiner (CDU), jetzt in ihrer Funktion als Bundestagsageordnete. Zentrale Frage war, was braucht es, um den Fairen Handel weiter wachsen zu lassen. Mal stand die Politik im Fokus, mal der Konsument. Fazit am Ende: Es brauch beides.

Brückenschlag zur Politik

Den Einstieg in die Gesprächsrunde, bei der neben Bürgermeister Michael Thater auch Vertreter der benachbarten Weltläden anwesend waren, gab Florian Eckert vor. Eines von zwei Zitaten lautete: "Politische Willkür entscheidet, welche Geschäfte die Armen machen dürfen", so der Vorsitzende des Trägervereins Weltladen Wehr. Da war der Brückenschlag hinein in die Politik schnell gemacht. Zur Entwicklungshilfe und internationalen Regelungen, die es im Zeitalter der Globalisierung immer mehr braucht. Entwicklungshilfe sei eines der drängenden Themen, so Felix Schreier (CDU). "Die Firmen sind global aufgestellt, die Politik national", plädierte wiederum Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) für eine stärkeres Primat der Politik.

Appell an die Verbraucher

Beide Bundestagabgeordneten appellierten aber an das Bewusstein aller Involvierten: "Die Wirtschaft braucht Rendite. Aber man muss die Zitrone nicht ausquetschen, bis nichts mehr geht", sagte Schwarzelühr-Sutter und ergänzte in Richtung Verbraucher: "Der Verbraucher entscheidet in dem Moment, wo er in das Regal greift." Für Felix Schreiner ist in diesem Zusammenhang die Aufklärung wichtig, um so ein Umdenken zu erzeugen. Zum Beispiel durch Aufklärungsarbeit in den Schulen. Grundsätzlich, so Schreiner, habe das Bewusstsein zugenommen: "Jeder kann Fair Trade kaufen. Wir leben nicht in einem Mikrokosmos", so Bürgermeister Michael Thater und betonte, der Faire Handel sei auch in Wehr zuhause. Der Weltladen feiere in diesen Tage sein zehnjähriges Bestehen. Florian Eckert, Vorsitzender des Fördervereins Weltaden, informierte außerdem, dass Wehr auf gutem Wege sei wie Murg, Herrischried und Bad Säckingen auch, eine Fair Trade Kommune zu werden. Noch in diesem Jahr solle der Antrag gestellt werden. Für viele Verbraucher verwirrend ist die Vielfalt an verschiedenen Siegeln. "Wie weiß ich, was Fair Trade ist?", so eine Frage aus der Runde.

Übergabe der Unterschriftenlisten

Die Bundestagsageordnete verwies daraufhin auf die Webadresse www.siegelklarheit.de, die in solchen Fragen Klarheit schafft und damit nachhaltigen Einkauf unterstützt. Zum Abschluss übergab Florian Eckert Unterschriftenlisten aus dem Landkreis Waldshut, die vom Weltladentag im Mai stammen. Motto des Weltladentags 2018 war "Menschen- und Arbeitsrechte weltweit verbindlich schützen".