Die Narren weinen. Die Narrenzunft Tiengen und die Aktionsgemeinschaft haben entschieden: Das für den 23. und 24. Januar geplante Hochrheinnarrentreffen und die Horrige Mess‘ am Fasnachtssamstag sind abgesagt. Darüber haben Zunftmeister Ralf Siebold und Nikola Kögel, Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft, informiert. Siebold ergänzt: „Auch alle Veranstaltungen im Saal werden nicht stattfinden.“

Die Lage in der Corona-Pandemie bleibt unsicher

Der Zunftvorstand hat in dieser Woche in Absprache mit der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) und deren Präsidenten Roland Wehrle entschieden, dass das Hochrheinnarrentreffen unter den gegebenen Umständen in der Corona-Zeit nicht durchgeführt werden kann. „Wir können im Moment keine verlässlichen Aussagen machen, wie es im Januar aussieht“, begründet Siebold.

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Die Entscheidung deutete sich schon vor wenigen Wochen an. Siebold sprach damals bereits von einem finanziellen Risiko. Daran hat sich bis heute nichts geändert. „Wir können es finanziell nicht stemmen, dass wir jetzt weiter organisieren“, erklärt der Zunftmeister. Jetzt müssten die Pins bestellt, die Verträge geschlossen werden.

Freundliche Masken: Die Katzenrölli der Narrenzunft Tiengen bei einem Umzug in Tiengen. Sie haben sich schon auf das Hochrheinnarrentreffen am 23. und 24. Januar gefreut. Nun ist es abgesagt.
Freundliche Masken: Die Katzenrölli der Narrenzunft Tiengen bei einem Umzug in Tiengen. Sie haben sich schon auf das Hochrheinnarrentreffen am 23. und 24. Januar gefreut. Nun ist es abgesagt. | Bild: Susanne Eschbach

Würde das Narrentreffen später abgesagt werden, würde die Zunft auf 10.000 Pins sitzen bleiben. Und die Verträge könnten nicht einfach gekündigt werden. Viel Geld wäre futsch. Deshalb hat die Zunft „schweren Herzens“ schon jetzt entschieden. Das Narrentreffen wird verschoben. Siebold sagt aber, dass es nicht 2022 sein wird.

Nach 1991 zum zweiten Mal abgesagt

Nach 1991, als der Golfkrieg wütete, mussten die Tiengener nun zum zweiten Mal das Hochrheinnarrentreffen absagen. Damals kam die Absage allerdings kurzfristig, die Zunft stand bereits in den Startlöchern und hatte schon einiges investiert. „Dabei hatten wir noch Glück. Ein Unternehmen hat uns die Pins damals gratis in ‚1991+1‘ umgestanzt“, erinnert sich Siebold.

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Alles, was im Saal stattfinden würde, fällt ebenfalls aus. So gibt es keinen 11.11. im gewohnten Rahmen, keinen Kinderball, vor allem keinen Düengemer Obed. Was die Fasnacht selbst betrifft, bleibt Siebold entschlossen: „Das Wecken, Narrenbaumstellen und besonders das Narrengericht würden wir gerne durchziehen. Das Narrengericht ist schließlich der Kern unserer Fasnacht, es ist der Grund unseres Bestehens.“ Alles, was draußen ist, soll in einem kleineren Rahmen stattfinden. Siebold: „Damit die Leute wissen, dass Fasnacht ist.“

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