Das Coronavirus hat das kirchliche Leben in der katholischen Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena verändert. Normalität ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Zum Virus hinzu kommen personelle Ausfälle. Pfarrer Ulrich Sickinger und Kooperator Romuald Pawletta sind krank. „Von drei Pfarrern der Seelsorgeeinheit ist aktuell nur noch Pater Bernhard im Dienst, das macht die Situation zusätzlich zu Corona schwierig“, fasst Bernhard Scherer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit, die Situation zusammen.

Weniger Eucharistiefeiern mit Pfarrern seien deshalb möglich und müssten durch Wort-Gottes-Feiern ersetzt werden. Das Seelsorgeteam, die Gemeindeteams, der Pfarrgemeinderat und allgemein die Ehrenamtlichen, sind nach Aussage von Scherer deshalb noch mehr gefordert als bisher. Aktuell wird an einer neuen Gottesdienstordnung gearbeitet.

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In seiner jüngsten Versammlung blickte der Pfarrgemeinderat auch bereits auf Weihnachten. Das Fest wird unabhängig von der ungewissen personellen Lage, aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wie gewohnt in den Kirchen gefeiert werden können. Auch die Krippenspiele stehen auf dem Prüfstand.

„Es ist nicht vorstellbar, dass in einem Vierteljahr keine Abstandsbeschränkungen mehr gelten“, sagte Scherer. Durch den geforderten Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Gläubigen in den Kirchen ist die Anzahl der Plätze begrenzt. Gerade aber an Weihnachten sind die Kirchen in der Regel voll.300 und noch mehr dicht an dicht sitzende Menschen sind dann keine Seltenheit.

„Randvoll gefüllte Kirchen sind in Corona-Zeiten nicht möglich, aber andere, neue Formen als Alternative sind denkbar.“
Bernhard Scherer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats
Bernhard Scherer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena.
Bernhard Scherer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena. | Bild: Ursula Freudig

Denkbar für Scherer sind kurze, vielleicht etwa 30-minütige Weihnachts-Gottesdienste im Freien eventuell in der Kaiserstraße oder auf einem Schulhof. Mehr Menschen als in den Kirchen hätten Platz und die Infektionsgefahr im Freien geringer. „Ich kann mir vorstellen, dass unter Lichterketten und vielleicht sogar Schneeflocken Weihnachten zu feiern, sehr stimmungsvoll sein kann“, so Bernhard Scherer. Eine ökumenische Großveranstaltung an Weihnachten ist derzeit nach seiner Aussage nicht im Gespräch.

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