Nach der vorübergehenden Schließung der Jugendhäuser haben sich die Mitarbeiter des städtischen Kinder- und Jugendreferats in den vergangenen Wochen neue Wege gesucht, um mit den Mädchen und Jungen in Kontakt zu bleiben. Oberbürgermeister Philipp Frank: „Aufgrund der coronabedingten Schließung unserer Jugendeinrichtungen haben wir uns entschieden, die Digitalisierung des Kinder- und Jugendreferats weiter voranzutreiben.

Das digitale Format kommt bei den Jugendlichen ohnehin sehr gut an. In den nächsten Jahren werden wir unsere Angebote in dieser Richtung sicherlich weiter ausbauen.“

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Die Mitarbeiter der offenen Jugendarbeit haben deshalb ihre Arbeit auf digitalen Plattformen intensiviert und einen eigenen Instagram-Account (@wtjugend) eröffnet. Jugendarbeiter René Herklotz: „So erreichen wir jetzt viel mehr Jugendliche und können besser in Kontakt mit ihnen bleiben.“

Die vier Jugendarbeiter bieten den Kindern und Jugendlichen über diese Kanäle aktuell auf die derzeitige Situation während der Corona-Pandemie angepasste Angebote: So können Kinder und Jugendliche zum Beispiel Termine für Beratungsspaziergänge – unter vier Augen und mit Sicherheitsabstand – oder Online-Telefonate und Chats vereinbaren.

Über eine Video-Konferenz haben die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendreferats der Stadt Waldshut-Tiengen SÜDKURIER-Redakteurin Susann Duygu-D‘Souza (rechts) über die neuen Angebote der Jugendarbeit informiert. Bei der Konferenz dabei waren (von links) René Herklotz, Silke Padova, Leiterin des Kinder- und Jugendreferats, Alexander Rombach (auch groß im Bild) und Onur Harbelioglu.
Über eine Video-Konferenz haben die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendreferats der Stadt Waldshut-Tiengen SÜDKURIER-Redakteurin Susann Duygu-D‘Souza (rechts) über die neuen Angebote der Jugendarbeit informiert. Bei der Konferenz dabei waren (von links) René Herklotz, Silke Padova, Leiterin des Kinder- und Jugendreferats, Alexander Rombach (auch groß im Bild) und Onur Harbelioglu. | Bild: Duygu-D'Souza, Susann (Screenshot)

Auch Unterstützung bei den Hausaufgaben wird angeboten, ebenso wie lokale Informationen rund um die Corona-Entwicklungen – kind- beziehungsweise jugendgerecht aufbereitet. Es gibt aber auch Bastelangebote und Tanz-Kurse, an denen die Teilnehmer online von zu Hause aus teilnehmen können.

Außerdem vernetzt die Jugendarbeit junge Menschen durch sogenannte Gaming-Turniere, also Spiel-Wettbewerbe, die gemeinsam über das Internet gespielt werden können. Demnächst sollen zudem themenspezifische Online-Wettbewerbe stattfinden. „Die Resonanz ist durchweg positiv“, so Niclas Zimmermann, der derzeit sein Praxissemester beim Kinder- und Jugendreferat absolviert, und weiß: „Der neue Renner sind die Wohnzimmer-Konzerte, zu denen wir per Instagram aufrufen.“

Bei aller Digitalisierung, die nun auch beim Kinder-und Jugendreferat der Stadt Waldshut-Tiengen schneller vorangeht, als vor der Corona-Pandemie geplant, betont Amtsleiterin Silke Padova: „Wir wollen keine Kinder oder Jugendlichen virtuell parken.“

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Es gehe vielmehr darum, vorhandene Kanäle besser zu nutzen, Kinder und Jugendliche zu erreichen, zu aktivieren, in Kontakt zu kommen und klar zu machen: Wir sind für euch da.“ Um den Besuchern der Angebote wie Jugendcafé und Jugendzentrum das noch deutlicher zu machen, haben die Jugendarbeiter alle Mädchen und Jungen angerufen oder angeschrieben. „Wir wollten einfach mal fragen, wie es so geht, ob alles läuft, ob wir unterstützen können“, erläutert René Herklotz das Vorgehen.

Auch die Schulsozialarbeit der Stadt Waldshut-Tiengen ist weiterhin erreichbar und betreibt ebenfalls seit Kurzem einen Instagram-Account (@schuso_wt). „Es ist wichtig, dass der Kontakt aufrecht erhalten bleibt. Denn trotz Corona-Krise bleiben Probleme ja weiter bestehen, und es kommen deshalb sogar Neue hinzu“, weiß Silke Padova.

Jugendarbeiter Alexander Rombach: „Neue Ideen und Anregungen sind gerne gesehen. Wir versuchen, alles möglich zu machen, um diese besondere Zeit so gut wie möglich zu gestalten. Uns ist klar, dass ein digitales Angebot nie menschlichen Kontakt ersetzen kann, aber gerade jetzt kann es eine gute Alternative sein.“

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