Im vergangenen Jahr erhielt die Theatergruppe Freies Schauspiel Hochrhein aus Waldshut-Tiengen für die Inszenierung „Der müde Tod“ den Landestheaterpreis 2017. Jetzt steckt das kleine Ensemble in den letzten Proben für das neue Stück „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen. Es hat am Freitag, 26. Januar, im Schlosskeller Tiengen Premiere. Regisseur Daniel Leers sagt dazu: „Wir haben es stark gekürzt, aufgepeppt und aktualisiert. Es geht in dem Stück um Wahrheit, Pressefreiheit und Fake News. Und was passiert dabei mit den Zuschauern?“ Die erleben einen Life-Mitschnitt der Kamera und ungewöhnliche Einblendungen im Deckengewölbe des Kellers. Die Bühne selbst ist ein einziges großes Schwimmbad. Und die Besucher können bei dieser Inszenierung selber mit ihren Smartphones ihre Meinung äußern und abstimmen.

Schon das Thema ist höchst aktuell: In einem norwegischen Kurort entdeckt Badearzt Dr. Stockmann (Ulrich Großmann), dass das Wasser der Bäder offensichtlich durch Abwässer verseucht wurde. Er will die Öffentlichkeit davon überzeugen, die Verunreinigungen abzustellen und fühlt sich als „Volksfreund“. Die Mehrheit und die Presse stehen zunächst hinter ihm. Doch das würde den wirtschaftlichen Ruin des Kurortes bedeuten. Schnell ändern sich die Meinungen – es entbrennt ein Kampf um Meinungsfreiheit (die Schauspieler tragen teilweise Kampfanzüge) und es fliegen Farbbeutel. Der fanatische Stockmann steht plötzlich allein und es beginnt eine Hexenjagd: Alle gegen einen! Noch sind nicht alle technischen Probleme und Herausforderungen geklärt, aber die sieben Schauspieler sind mit Leidenschaft dabei. Und Daniel Leers ist zuversichtlich: „Wir hoffen auf guten Besuch!“

Premiere im Schlosskeller Tiengen ist am Freitag, 26. Januar, um 20 Uhr. Weitere Aufführungen jeweils um 20 Uhr folgen am 27. Januar und täglich von 1. bis 4. Februar. Vorverkauf: Tourist Info Waldshut, Buchhandlung Kögel Tiengen, TUI-Reisecenter Lauchringen.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.