Räumlich werden aus den bislang rund 240 Quadratmetern Fläche der Stadtbibliothek Waldshut im ersten Stock gut 500 Quadratmeter, weil der zweite Stock hinzukommt. Die erforderlichen Baumaßnahmen –Beginn voraussichtlich nächstes Jahr – werden Hand in Hand mit den Brandschutzsanierungsarbeiten des Kornhauses gehen. Die Stadt arbeitet hierbei mit einem auf die Inneneinrichtung von Bibliotheken spezialisierten Architekturbüro zusammen.

Seit April dieses Jahr ist die Buchhändlerin Yvonne Radzuweit (53) Leiterin der Stadtbibliothek Waldshut. Zuvor arbeitete sie zwölf Jahre in der Buchhandlung Kögel in Tiengen. Ihr Schwerpunktthema dort war Kinder- und Jugendliteratur. Ihre Erfahrung in diesem Bereich wird verstärkt gefragt sein, denn in der kommenden, neuen Stadtbibliothek wird es deutlich mehr Literatur für die „Hauptkunden“, sprich die jungen Nutzer geben. „Wir werden viel mehr Bilderbücher und Bücher für Kinder bis etwa zehn Jahren haben, bis zu diesem Alter sind sie beim Lesen voll dabei“, so Yvonne Radzuweit.

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Weitere wesentliche Änderungen betreffen die Technik, die vieles einfacher und schneller machen wird. Alle Medien werden mit einer Art Chip versehen sein, der ihre Selbstverbuchung ganz ohne menschliche Unterstützung ermöglicht. Und verlässt doch einmal ein Medium unverbucht die Bibliothek, piepst es im Zuge einer Diebstahlsicherung.

Flohmarkt: Blick in den Raum mit den bislang ausgemusterten Medien.
Flohmarkt: Blick in den Raum mit den bislang ausgemusterten Medien. | Bild: Ursula Freudig

Weiteres Kernstück der Neuerungen ist die sogenannte „Open Library“. „Die Bibliothek wird über die normalen Öffnungszeiten hinaus mit dem Mitgliedsausweis zugänglich sein“, erklärt Kulturamtsleiterin Kerstin Simon. Zur Überwachung werden Kameras aufgestellt.

Insgesamt gesehen wird die neue Stadtbibliothek weniger Medien als heute haben. Ziel ist es laut Kulturamtsleiterin Simon, einen angenehmen Platz für Menschen zu schaffen, nicht nur eine Mediensammlung anzubieten. Das heißt, es wird gemütliche Sitzecken geben, Zeitungen, Zeitschriften, Arbeitsplätze mit WLAN, geplant ist auch ein Getränkeautomat.

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Für Oberbürgermeister Philipp Frank war es die richtige Entscheidung, die Stadtbibliothek im Kornhaus zu belassen und auf einen Umzug in angemietete Räume der Stoll-Vita-Stiftung in der Brückenstraße zu verzichten: „Die Nähe zur Innenstadt, der Heinrich-Hansjakob-Schule, zu den Vereinen im Haus – wir haben alle Möglichkeiten, das Kornhaus zu einem Knotenpunkt der Begegnung und des Austausches zu machen“, so Frank.

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