In Situationen wie der folgenden kommt es auf jede Sekunde an: Ein Kleinkind verbrüht sich mit kochendem Wasser und erleidet schlimme Verbrennungen. Es muss so schnell wie möglich in eine Spezialklinik gebracht werden. "Fälle wie dieser können im Spital Waldshut nur bedingt behandelt werden", sagt Patrick Frey, Leiter der Integrierten Leitstelle des DRK-Kreisverbands Waldshut, auf Nachfrage dieser Zeitung über den Einsatz, der sich am Mittwoch vergangener Woche ereignet hatte.

Straßen waren nach Schulschluss verstopft

Die Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes erhielt die Meldung, dass ein Kind in einem Wohnhaus in der Ziegelfeldstraße in Waldshut sich verbrüht hatte. Der Vorfall ereignete sich zur Mittagszeit, als die Schulen sich leerten und die Straßen mit Verkehr füllten. "Es war Chaos. Selbst mit Blaulicht ist es schwierig, da durch zu kommen", sagt Frey über die Verkehrssituation.

Video: Robert Eisenkolb

Aus diesem Grund und weil das verletzte Kind in eine Spezialklinik gebracht werden musste, habe man entschieden, einen Hubschrauber anzufordern. "Es war uns zu zeitkritisch bei dieser Art der Verletzung und der Verkehrssituation", das Kind zunächst mit dem Rettungswagen zum Hubschrauberplatz beim Waldshuter Spital zu transportieren, erklärt Frey.

Ein Rettungswagen rückte zwar zusätzlich in die Ziegelfeldstraße an, musste aber den normalerweise für den Verkehr gesperrten Weg von der Kalvarienbergstraße in die Waldeckstraße nehmen.

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Der Hubschrauber setzte mitten auf der Kreuzung der Gurtweiler Straße zur Bergstraße auf. Patrick Frey und seine Kollegen vom DRK sicherten die Stelle ab, damit der Helikopter sicher landen konnte, ohne jemanden zu gefährden, und leiteten die Autos sicher um den Hubschrauber herum.

Ein Anwohner filmte das Geschehen von seinem Balkon in der Gurtweiler Straße. Auch von der benachbarten Christlichen Schule Hochrhein beobachteten zahlreiche Schüler das Landen und Starten des Hubschraubers.

Video: Robert Eisenkolb

Nach rund einer Viertelstunde war der Einsatz beendet. "Die Standzeit des Hubschraubers betrug nur knapp 15 Minuten", berichtet Patrick Frey. Laut seiner Aussage landen Rettungshubschrauber bei jedem zweiten Einsatz abseits von Hubschrauberlandeplätzen. Meistens auf Wiesen und Feldern. Die Landung auf einer stark befahrenen Straße sorgte deshalb für Aufsehen.

Nachdem der Helikopter wieder abhob, um das verletzte Kind in eine Fachklinik zu fliegen, konnten die Autos ihre Fahrt fortsetzen.

Video: Robert Eisenkolb