Spätestens die gestrigen leichten Schneefälle in Waldshut-Tiengen haben Autofahrern in Erinnerung gerufen, dass es Zeit für die Winterreifen ist. Mehr Autofahrer als in anderen Jahren, so die Beobachtung in einem Teil der Werkstätten, haben dieses Mal länger mit der Umrüstung gewartet. Grund dafür waren die lang anhaltenden milden Herbsttemperaturen.

Seit Ende Oktober bemerkt Edmund Gäng, Filialleiter der Pneuhage-Reifendienste in Waldshut, einen deutlichen Anstieg der Kundenzahlen. "Dieses Jahr ließen sich die Leute durch die warmen Temperaturen lange nicht zum Wechsel auf Winterreifen bewegen, und jetzt geht es Schlag auf Schlag." Generell sei es zwar zu empfehlen, sich an die "von O bis O"-Regel zu halten, die sich auf eine Winterreifennutzung von Oktober bis Ostern bezieht. Doch wegen des milden Wetters in weiten Teilen des Landkreises sei der gewohnte Rhythmus jedoch durcheinander gekommen.

Die Mitarbeiter Thomas Baumgartner und Michael Lohmer von der Firma Reifen Fehrenbacher in Waldshut sprechen dagegen von einem Andrang im üblichen Rahmen. „Bis Ende November ist eigentlich immer die Hauptumrüstungszeit", so Baumgartner. Dadurch, dass Ende Oktober jedoch urplötzlich Schnee in den Höhenlagen des Landkreises gefallen sei, steige die Nachfrage jetzt natürlich etwas an.

Spätestens seit den heute vom Himmel gerieselten Vorboten der weißen Jahreszeit haben die Reifenmonteure alle Hände voll zu tun. Kunden müssen deshalb mitunter längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Aber nicht nur das spricht für eine zeitige Umrüstung: "Es ist vernünftig, rechtzeitig etwas zu tun", sagt Edmund Gäng.

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Obwohl die Montage von Winterreifen in Deutschland an kein bestimmtes Datum gebunden sei, müsse ein Auto laut Straßenverkehrsordnung schnee- und glättetauglich sein, um bei entsprechendem Wetter fahren zu dürfen: "Bei winterlichen Verhältnissen muss man entsprechend gerüstet sein."

Und wie steht es um Ganzjahresreifen, die für alle Wetterverhältnisse ausgelegt und auch zugelassen, aber nicht auf Schnee spezialisiert sind? Diese würden selten gekauft, meint Thomas Baumgartner von Reifen Fehrenbacher. Er verweist auf die Nähe zu Skigebieten in der Schweiz und die Höhenlagen des Schwarzwalds. Vor diesem Hintergrund würden viele Kunden sich nach wie vor für Winterreifen entscheiden, die besseren Halt böten.

Wichtig sei jedoch, dass die Pneus nicht zu stark abgefahren seien. Der Gesetzgeber schreibe zwar eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor (zu prüfen mit dem goldenen Rand einer Ein-Euro-Münze). Sich in der kalten Jahreszeit auf diesen Minimalwert zu verlassen, davon rät er allerdings ab: "Im Winter sollte man Minimum vier Millimeter haben, damit man einigermaßen bei Schnee durchkommt." Das empfiehlt auch der ADAC.

Die Münzprobe zeigt: Verschwindet der Rand der Ein-Euro-Münze hinter den Rillen, ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern noch gegeben. Fachleute raten jedoch zu mindestens vier Millimetern bei Winterreifen.
Die Münzprobe zeigt: Verschwindet der Rand der Ein-Euro-Münze hinter den Rillen, ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern noch gegeben. Fachleute raten jedoch zu mindestens vier Millimetern bei Winterreifen. | Bild: Marinovic, Laura