Die besten Argumente und sogar mehrere Bestechungsversuche halfen Oberbürgermeister Philipp Frank nichts – das hochnotpeinliche Malefiz-Narrengericht zu Düenge sprach ihn „extrem schuldig“. Die Henker vollstreckten das Urteil und ketteten ihn ans Folterrad. Das närrische Gerichtsspektakel der Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen unterhielt mit ebenso geschliffenen wie humorvollen Reden. Dicht an dicht standen die Zuschauer im Hof beim Storchenturm. Viele von ihnen hatten Plakate hauptsächlich zur Unterstützung des Oberbürgermeisters mitgebracht.

Die Stadtmusik begleitete das Geschehen musikalisch. Klaus-Dieter Ritz als Narrenrichter, Walter Huber als Ankläger und Bernd Müller als Fürsprecher gingen voll in ihren Rollen auf. „Er kommt harmlos daher und kann scheinbar kein Wässerchen trüben, dieser Schein verdeckt einen Abgrund an Missetaten, der historische Ausmaße annimmt“, eröffnete Narrenrichter Ritz die Verhandlung.

 

Video: Peter Rosa

 

Verschwendung öffentlicher Mittel und extreme Sparsamkeit nur dann, wenn es ums eigene Säckel geht, sowie Ausbluten lassen des hiesigen Gesundheitswesen zu Gunsten des östlichen Nachbarn“ wurden dem Oberbürgermeister zur Last gelegt. Philipp Frank verteidigte sich glänzend: Durch zielgerichtete Ausgaben hätte er dem verschlafenen Düenge Leben eingehaucht und durch Outsourcing von allem was krank macht nach Lauchringen, würde er Tiengen zum Gesundheitsstandort machen.

Vergebens. Neben dem Folterrad brummte das Gericht dem gebeutelten Oberbürgermeister sogar noch weitere Strafen auf: Innerhalb der nächsten sechs Monate muss Frank an einem Samstag mindestens eine Stunde lang in der Tiengener Fußgängerzone zur Verbesserung der städtischen Finanzen betteln gehen und er muss die Mägen von Narrengericht und Henkern bis zum Bersten mit Speis und Trank füllen. Gut lachen hatte hingegen die Angeklagte vom letztjährigen Narrengericht: Nikola Kögel hat für ihre Vergehen Buße getan und wurde deshalb von Ehrenzunftrat Dietmar Fritz zur Ritterin geschlagen.