Mögliche Perspektiven für das Waldshuter Schwimmbad­areal zeigten zwei Unternehmer bei einem Informationsabend auf. Eingeladen dazu hatte die Waldshuter SPD. Vorsitzende Claudia Hecht freute sich, etwa 20 Besucher im GWA-Gebäude an der Grieshaberstraße begrüßen zu können, in der Mehrzahl Mitglieder des Vereins Pro Freibad. Vorgestellt wurde das Projekt von den Unternehmern Philipp Schmidt, einem gelernten Kaufmann, und Andreas Schnäbele, ehemaliger Pächter des Schwimmbad-Cafés. Anwesend war auch der Hamburger Geldgeber Christoph Fischer.

Mit dem Projekt Almhütte wollen sie die Attraktivität der Stadt, des Rheinufers und des Schwimmbades erhöhen (von links): Geldgeber Christoph Fischer (Hamburg), die Initiatoren Andreas Schnäbele und Philipp Schmidt mit Claudia Hecht, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Waldshut (Zweite von rechts).<br /><em>Bild: Manfred Dinort</em>
Mit dem Projekt Almhütte wollen sie die Attraktivität der Stadt, des Rheinufers und des Schwimmbades erhöhen (von links): Geldgeber Christoph Fischer (Hamburg), die Initiatoren Andreas Schnäbele und Philipp Schmidt mit Claudia Hecht, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Waldshut (Zweite von rechts). Bild: Manfred Dinort

Im Vorfeld hatten die Initiatoren alle Fraktionen angeschrieben, woraufhin sich die Waldshuter SPD bereit erklärt hatte, die Infoveranstaltung auszurichten. Claudia Hecht, die selbst im Gemeinderat für den Erhalt des Schwimmbades gestimmt hatte, bezeichnete das Projekt als Chance, die Attraktivität der Stadt und des Schwimmbades zu steigern.

In direkter Nachbarschaft zum Minigolfplatz

Im Vorfeld seien die Pläne mit Stadt und Stadtwerken abgesprochen worden. Für die Realisierung des Projektes ist ein Geländestreifen am westlichen Rand der Liegewiese angedacht, in direkter Nachbarschaft zum Minigolfplatz, mit zwei Zugängen.

"Ort, um das Flair des Rheinufers genießen zu können"

„Wir wüssten keinen Platz in der ganzen Region, der für unser Projekt besser geeignet wäre“, so Philipp Schmidt, „ein idealer Ort, um das Flair des Rheinufers zu genießen“. Die Anlage, ob als Almhütte oder Beachclub, würde Platz für 180 Personen bieten und könnte für viele Anlässe genutzt werden.

Kleine Snacks aus der Küche

Auf eine Großküche würden die potenziellen Betreiber verzichten, bei Bedarf solle ein Partyservice das Essen liefern. Vor Ort würden in einer kleinen Küche nur Snacks zubereitet sowie Salate, Pommes frites und Bratwürste. Die Anlage könnte auch im Falle der Schließung des Bades profitabel genutzt werden.

Ersatz für das renovierungsbedürftige Badcafé

Die Pacht wurde auf monatlich 1000 Euro angesetzt, Geld, das dem Badbetreiber, also den Stadtwerken, zugute käme, so hieß es. Das renovierungsbedürftige Badcafé könnte stillgelegt werden, „für den Schwimmbadbetreiber ein Problem weniger“.

Schutz vor Hochwasser

Um auch bei Hochwasser klar zu kommen, soll das Gelände um einen Meter aufgeschüttet werden. Der 10 mal 18 Meter große Zentralbau würde in Leichtbauweise errichtet, „da wird nichts zubetoniert“. Andreas Schnäbele: „Wir glauben an unser Konzept, wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht.“ Aus den Reihen der Zuhörer gab es viele Detailfragen, mehrheitlich wurde das Projekt begrüßt.

Das sagt der Oberbürgermeister

OB Philipp Frank kennt die Überlegungen in groben Zügen. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte er, dass ihm das Projekt „Almhütte“ im Frühjahr mündlich vorgestellt worden sei. Auch wenn er der Idee durchaus ein gewisses Maß an Charme zuschreibe, halte er sie kurzfristig für nicht umsetzbar. Zunächst gelte es, so Frank, den möglichen Bürgerentscheid im Herbst dieses Jahres abzuwarten. Außerdem sei für ein solches Projekt ein entsprechendes Genehmigungsverfahren notwendig, was ebenfalls Zeit benötige.

Zunächst wäre der Gemeinderat am Zug

Sollte das Waldshuter Freibad tatsächlich geschlossen werden, wären aus Sicht des Oberbürgermeisters zunächst der Gemeinderat und eventuell auch die Bürgerschaft am Zug, zu entscheiden, wie das Gelände am Rheinufer künftig genutzt und gestaltet werden soll. Kurzum: „Das Projekt hat Charme, ist aber, wenn überhaupt, nicht so schnell umsetzbar, wie es Pro Freibad und Investoren vorschwebt.“