Frau Vogt, drei Jahre haben Sie in dieses Theater-Projekt investiert, Sie haben organisatorisch Außerordentliches geleistet, waren Regisseurin und haben auch noch eine der Hauptrollen gespielt. Wie viel Platz blieb da noch für‘s Familienleben?

Meine Tochter hat auch mitgespielt, sie hat ihr Herz auch ans Theater verloren. Meine beiden Söhne sind erwachsen und stehen auf eigenen Füssen. Natürlich hatte ich wenig Zeit für private Dinge, auch meine anderen Hobbys mussten eingestellt werden, ich hab‘ sogar meinen Job an den Nagel gehängt. Aber ich möchte auf gar keinen Fall jammern. Das war meine Entscheidung, und ich würde es wieder so machen.

Gab es in diesen drei Jahren auch Momente, in denen Sie gedacht haben: „Ich schmeiß‘ alles hin“?

Es ist nicht die Arbeit, die mir manchmal zu viel war. Eher die Tatsache, dass manche Menschen einem die Worte im Munde umdrehen, Gerüchte in die Welt setzen, anstatt einfach mal direkt nachzufragen oder aus Neid und Missgunst heraus Boshaftigkeiten auf den Weg bringen. Das hat mich manchmal an meine Grenzen gebracht. Manchmal kann ich drüber stehen, manchmal bin ich extrem verletzlich.

Glauben Sie, dass die Menschen in der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf durch dieses Theater-Projekt näher zusammen gerückt sind?

Auf alle Fälle! Wir haben aus allen Ortsteilen Menschen zwischen 4 und fast 80 Jahren zusammengeführt, die sich vorher kaum oder gar nicht gekannt haben. Man lernt sich beim Theaterspielen auf tieferen Ebenen kennen. Man weint und lacht gemeinsam, und das verbindet natürlich sehr.

Vor einer Woche ist der Schlussapplaus verklungen, das Klosterareal ist geräumt; dürfen Sie sich denn jetzt auf einen langen Urlaub mit Ehemann und Kindern freuen?

Die Nacharbeit bei einem so großen Projekt ist nicht zu unterschätzen. Viele meinen, wir hätten jetzt nichts mehr zu tun, aber dem ist ganz und gar nicht so. Außerdem haben wir glücklicherweise Vereinsräume bekommen – – – Platz für unsere unzähligen Kostüme und Requisiten und auch Platz zum Proben mit meiner Kinder- und Jugendgruppe „Freudekids“. Diese Räume müssen auch erst noch eingerichtet werden. Aber ja, Ende August gehe ich mit meiner Familie für zehn Tage in den Urlaub...

Fragen: Rafael Herrmann

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