Thomas Fechtig, Altbürgermeister aus Riedern am Wald, spielt bei den Freilichtspielen „Zwischen den Welten“ seinen eigenen Urururgroßvater, Gottfried Hierholzer, über den allerdings nichts Rühmliches erzählt wird. Mit der Idee, die „Amerikafahrt“ von Heinrich Ernst Kromer als Theaterstück aufzuführen, rannte Thomas Fechtig bei Corinna Vogt offene Türen ein.

Altbürgermeister Thomas Fechtig verkörpert seinen Urururgroßvater Gottfried Hierholzer bei den Freilichtspielen "Zwischen den Welten".
Altbürgermeister Thomas Fechtig verkörpert seinen Urururgroßvater Gottfried Hierholzer bei den Freilichtspielen "Zwischen den Welten". | Bild: Ursula Ortlieb

Nach dem Finale von „Im Wind der Zeit“ in Ühlingen 2016 schenkte er ihr das Buch. Ganz unter dem Eindruck der positiven Resonanz nach den Aufführungen von „Im Wind der Zeit“ machten sich Corinna und ein Rechercheteam an die Arbeit. Erika Buhr schrieb dazu das Rollenbuch. Die Aufzeichnungen und Unterlagen des verstorbenen Patrick Burger zu Auswanderer Joseph Hierholzer waren dabei eine wertvolle Hilfe.

Patrick Burger hatte jahrelang die Familienhistorie recherchiert und seine Diplomarbeit darüber geschrieben. Er war wie Thomas Fechtig ein Urururenkel von Gottfried Hierholzer und Ururenkel von dessen Tochter Liberatha.

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Gottfried Hierholzer hatte seine Familie durch Spiel- und Trunksucht in den Ruin geführt. Zwei der drei Söhne waren schon ausgewandert als sich auch Joseph, der jüngste Sohn, entschloss, nach Amerika aufzubrechen. Die Not der Familie war groß.

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Die Mutter war vor Gram krank geworden. Joseph sah für sich daheim keine Zukunft und verließ Eltern und die zwei Schwestern, Elisabeth und Liberatha. Während Dorus Kromer sich den Traum einer Goldmine in Kalifornien erfüllte, heiratete und blieb Joseph Hierholzer in Neu-Braunfels. Die Wege der beiden Freunde trennten sich. Im Gegensatz zu Dorus sah Joseph die Heimat nie wieder.

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Das Stück spielt zwischen 1850 und 1880. Alle dargestellten Personen gab es tatsächlich. Amerikanische Nachfahren von Joseph Hierholzer kamen im vergangenen Jahr überraschend nach Riedern am Wald, um nach familiären Wurzeln zu suchen. Sie erfuhren von den Freilichtspielen und buchten Tickets für die Premiere am 19. Juli.

Amerikanische Nachfahren von Joseph Hierholzer kamen überraschend in Riedern am Wald auf den Spuren ihrer Wurzeln. Sie erfuhren von fden Freilichtspielen und wollen bei der Premiere dabei sein. Zweite von rechts: Irmgard Blatter-Kramhöller, Zweiter von links: Thomas Fechtig.
Amerikanische Nachfahren von Joseph Hierholzer kamen überraschend in Riedern am Wald auf den Spuren ihrer Wurzeln. Sie erfuhren von fden Freilichtspielen und wollen bei der Premiere dabei sein. Zweite von rechts: Irmgard Blatter-Kramhöller, Zweiter von links: Thomas Fechtig. | Bild: Irmgard Blatter-Kramhöller