Das Akkordeonorchester Todtmoos ist Geschichte. Nach 43 Jahren wurde der Verein in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aufgelöst. Ein Weiterführen des Orchesters war mangels aktiver Mitglieder nicht weiter möglich.

Offizielle Auflösung

In Vertretung von Dietmar Fink vom Deutschen Harmonikaverband löste Altbürgermeister Herbert Kiefer den Verein offiziell auf. Das Vermögen des Vereins wird an folgende Vereine und Einrichtungen gespendet: Trachtenkapelle Todtmoos, Musikverein Todtmoos-Weg, Trachtengruppe Todtmoos, Förderverein Kindergarten und Schule, Naturkindergarten Lichtpünktchen und den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg. Das restliche Vermögen wird laut Satzung an die Gemeinde weitergeleitet und dort fünf Jahre deponiert.

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Die Vorsitzende des Akkordeonorchesters, Anna Kisner, erläuterte in der Sitzung die Gründe für die Aufhebung des Vereins: „Wir können den Zweck als Orchester nicht mehr erfüllen“. Im Laufe der Zeit hätten aus familiären und beruflichen Gründen immer wieder aktive Spieler aufgehört. Anna Kisner blickte zurück: „Es waren 43 Jahre voller Arbeit mit dem Ziel, junge Menschen für die Musik zu begeistern“. Die Vorsitzende bedankte sich bei den Mitgliedern des Vorstands für die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren.

Anlässlich des 40-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 2019 wurde auf Anregung des Gründungsmitgliedes Klaus Jehle ein Projektorchester mit sechs aktiven und elf ehemaligen Mitgliedern zusammengestellt: „Leider waren die Teilnehmer des Jubiläumsorchesters anschließend nicht bereit, im Verein weiterzuspielen. Dies hatte hauptsächlich berufliche Gründe“, führte Anna Kisner aus. Die Suche nach neuen Spielern gestaltete sich schwierig. Anna Kisner: „Trotz großer Bemühungen fand der Verein keinen Zulauf mehr. Die Mitgliederzahlen im aktiven Bereich sind stetig zurückgegangen.“

Weitere Vereine auf der Kippe

Die Vorsitzende und Dirigentin weiter: „Die jungen Leute kann man nicht mehr dazu motivieren, kontinuierlich und längerfristig das Akkordeonspielen zu erlernen“. Im Ort gäbe es keine Ressourcen mehr, um Nachwuchs zu gewinnen, bedauerte Anna Kisner. Seit 1993 kooperierte der Verein mit der Todtmooser Schule und konnte auf dieser Schiene junge Spieler gewinnen. In guten Zeiten hätte sie 17 Schüler auf dem Akkordeon und Keyboard unterrichtet, erzählte die Dirigentin rückblickend. Todtmoos ist jedoch kein Einzelfall. Im Deutschen Harmonikaverband seien bereits weitere Vereine auf der Kippe, sagte Anna Kisner.