Der Frauenverein Mauchen hat eine Möglichkeit gefunden, trotz der Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie Dinge vor dem Wegwerfen zu bewahren. Über die WhatsApp-Gruppe „Zu schade für die Tonne“ sind in sechs Wochen knapp 100 Gegenstände der 50 Teilnehmer aus dem gesamten Wutachtal verkauft, verschenkt, getauscht oder gesucht worden.

Ableger von Pflanzen verschenken oder die Einmachgläser verleihen, auch das ist möglich über die WhatsApp-Gruppe „Zu schade für die Tonne“ des Frauenvereins Mauchen.
Ableger von Pflanzen verschenken oder die Einmachgläser verleihen, auch das ist möglich über die WhatsApp-Gruppe „Zu schade für die Tonne“ des Frauenvereins Mauchen. | Bild: Karin Haas

Was soll man machen mit den Winter-Reitstiefeln, die nur einmal getragen wurden, bevor das Kind herausgewachsen ist oder mit dem Tupper-Reiskocher, der zwar gut und praktisch ist, aber doch nie im Einsatz? Die Einmachgläser in den Altglas-Container werfen, weil nicht mehr eingekocht wird und sie viel Platz verbrauchen? Die 50 Teilnehmer der WhatsApp-Gruppe „Zu schade für die Tonne“ unterstützen gerne das Prinzip der Nachhaltigkeit.

So geht es

Die Start-Info nach der Einladung in die WhatsApp-Gruppe hilft den Neuen, sich schnell einzufügen und den Erfahrenen, sich nicht über unzählige Angebote aufregen zu müssen: „In dieser Gruppe darf verkauft, verschenkt, getauscht und gesucht werden. Jeder darf ein Foto oder einen Text einstellen, das Angebotene beschreiben und seinen Preis dafür nennen. Da nicht jeder weiß, wer hinter dem Angebot steht, sollte immer auch der Name angegeben werden. Nur die Angebote laufen über die Gruppe, bei Interesse wird privat weiter kommuniziert, die Abholung erfolgt dann kontaktarm an der Haustür. Der Hinweis, die Gruppe stumm zu stellen auf dem Handy, ist für weniger geübte Nutzer hilfreich.

Positive Resonanz

Initiatorin Karin Haas blickt nach den ersten sechs Wochen zufrieden zurück: „Bei mir gingen die meisten Sachen weg, aber nicht alles (hab ich auch nicht erwartet) und wie ich gehört habe, auch bei anderen. Aber es läuft gut.“ Ihre Blumenableger hatte sie verschenkt, Puzzles und eine Deko-Hexe verkauft. Über die Gruppe werden auch Einmachgläser ausgeliehen, zum Spaß hatte auch jemand seinen ausgedienten Weihnachtsbaum als Narrenbaum angeboten.

Geschenke für die Enkel hat Margot Russenberger über die Gruppe günstig erstanden.
Geschenke für die Enkel hat Margot Russenberger über die Gruppe günstig erstanden. | Bild: Privat

Die Vorsitzende Irene Kramer ist ebenfalls rundum zufrieden: „Witzigerweise hab ich immer bekommen, was ich grad gebraucht habe. Als ich ein Geburtstagsgeschenk für meinen Enkel brauchte, waren Tiptoi-Bücher drin, die er liebt, und als meine Auflaufform zu Bruch gegangen ist, waren welche drin, die ich ergattern konnte. Darüber habe ich mich so richtig gefreut.“ Geschenke für die Enkel hat auch Margot Russenberger gefunden: „Mit dem Puzzle habe ich noch ein Perlenset für die Zwillinge bekommen. Das Puzzle bekommen sie später, sind noch zu viele Teile.“

Wer in die WhatsApp-Gruppe „Zu schade für die Tonne“ aufgenommen werden möchte, meldet sich bei Karin Haas, 0162/320 53 77.