Das Großprojekt der Firma Logistik ohne Grenzen (LOG) im Gewerbegebiet Sulzfeld schreitet voran. Investorin Janina Sperisen musste die Investitionssumme für den neuen Firmensitz in Deutschland nach oben korrigieren.

Nach Informationen von Firmenchef Rolf Sperisen mussten die geplanten 3,6 Million Euro nach jetzigem Stand auf 4,2 bis 4,5 Millionen aufgestockt werden. Bereits jetzt sei anzusehen, dass die 12 000 Quadratmeter Fläche nicht ausreichen werden. „Wir müssen die Option auf die 3000 Quadratmeter auf dem angrenzenden Grundstück ziehen“, erklärte der Spediteur im Gespräch mit dieser Zeitung. Dort soll eine Tankstelle oder eine Enteisungsanlage für Lastwagen gebaut werden.

LOG-Chef Rolf Sperisen mit seiner Frau Janina, die in das Projekt im Stühlinger Sulzfeld etwa 4,5 Millionen Euro investiert.
LOG-Chef Rolf Sperisen mit seiner Frau Janina, die in das Projekt im Stühlinger Sulzfeld etwa 4,5 Millionen Euro investiert. | Bild: Gerald Edinger

Keine Verzögerungen wergen Corona

„Corona bedingt gibt es keine Verzögerungen“, sagt Rolf Sperisen. Im Mai plant der Unternehmer sogar ein Einweihungsfest, falls die Pandemie solche Feiern zulassen. Bereits in zwei Wochen soll das Motel für seine Lastwagenfahrer komplett bezugsfertig sein.

„Derzeit fehlt noch die Bauabnahme, die Zimmer sind bereits fertig“, sagt Janine Sperisen. Die Investorin betont, dass die Brummifahrer die Raume, sanitären Anlagen und vor allem Waschmaschinen und Trockner zu schätzen wissen. Derzeit müssen die Lastwagenfahrer war noch hin einem angrenzenden Container duschen, weil die Abnahme durch das Bauamt fehle, doch das Ehepaar rechnet mit einem baldigen Ende des Provisoriums.

„Viele Spediteure erklären mich für verrückt, weil ich das Motel gebaut habe. Aber das ist für meine Frau und mich ein Herzenswunsch“, begründet Rolf Sperisen diese Investition.

Das Unternehmen LOG (Logistik ohne Grenzen) baut im Stühlinger Gewerbegebiet Sulzfeld seinen neuen Firmensitz in Deutschland. Neben einem Trucker-Motel mit 45 Parkplätzen entstehen hier Büros, eine Lagerhalle, Werkstatt und eine Waschstraße.
Das Unternehmen LOG (Logistik ohne Grenzen) baut im Stühlinger Gewerbegebiet Sulzfeld seinen neuen Firmensitz in Deutschland. Neben einem Trucker-Motel mit 45 Parkplätzen entstehen hier Büros, eine Lagerhalle, Werkstatt und eine Waschstraße. | Bild: Gerald Edinger

Parkplätze für 45 Brummis

Wenn das Motel bezugsfertig ist, könne hier 36 Fahrer in 18 Räumen ihre Pausen einlegen. An den Wochenenden werden 30 bis 40 Fahrer hier ihre Fahrzeuge abstellen. Auf dem Areal haben nach Fertigstellung nach Angaben des Firmenchefs etwa 45 Brummis Platz, bewilligt sind allerdings 62 Parkplätze.

„Seit einem halben Jahr kommen die Fahrer schon hierher, mit Müll haten wir bisher nie ein Problem“, versichert Janine Sperisen, die mit ihrem Mann Räume und Platz sauber hält, solange das Projekt noch in der Bauphase ist.

Fahrer freuen sich auf Waschstraße

Direkt daneben ist das Logistikzentrum mit Büroräumen auf etwa 500 Quadratmetern, das Ende November bezugsfertig sein soll. Hier sollen täglich etwa 100 Verzollungen vorgenommen werden. Daran schließt sich eine 1400 Quadratmeter große Lagerhalle, eine Werkstatt und eine Waschstraße.

„Darauf freuen sich alles Fahrer schon jetzt, in zwölf Minuten ist das Fahrzeug samt Aufleger gereinigt“, freut sich Rolf Sperisen. Was dem Ehepaar Sorge bereitet: Sie suchen händeringend noch Personal für Büro, Lager, einen Werkstattleiter und Fahrer für die 20 bis 30 neuen Trucks, die für den Standort Stühlingen angeschafft werden.

Planungen von DLH Deutsche Post

Ebenfalls im Gewerbegebiet „Sulzfeld“ hat die Deutsche Post DHL Group ein 9500 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Dort soll ein neuer Zustellstützpunkt gebaut werden, der die beiden kleineren Stützpunkte in Bonndorf und der Stühlinger Unterstadt ersetzen soll.

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Wie die Pressestelle der Post DHL Group auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, ist der Baubeginn im Oktober oder November 2020 geplant. Einen offiziellen Spatenstich werde es nicht geben, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Inbetriebnahme des Zustellstützpunkt ist für das zweite Quartal 2021 geplant.