Der Schwarzwaldverein Stühlingen lädt vom 1. bis 17. Oktober zur Ausstellung „Kleider, Schneider & Geschichten“ in die Schür am Stadtgraben und den Schürgarten ein.

Zweieinhalb Wochen lang dreht sich in der Schür alles um Kleidung. Sonntags können die Besucher Schneidern beim Arbeiten über die Schulter schauen. Es geht um die Geschichte der Stühlinger Schneiderinnen und Schneider im 19. und 20. Jahrhundert, Hutmacher und Modistinnen, die Textilfirma Steinmann mit der Gesundheitswäsche Ango+Sana, welche sogar für den päpstlichen Haushalt geordert wurde.

In der Ausstellung wird die Historie der Firma Steinmann & Co thematisiert, die mit der von Franz Steinmann entwickelten Gesundheitswäsche ANGO+SANA Furore machte.
In der Ausstellung wird die Historie der Firma Steinmann & Co thematisiert, die mit der von Franz Steinmann entwickelten Gesundheitswäsche ANGO+SANA Furore machte. | Bild: Yvonne Würth

Bevor Kleidung ein Wegwerfgut war, war sie früher maßgeschneidert, gut gehütet und wurde weitergegeben. Die gezeigten Exponate kommen aus privater Hand sowie aus Sammlungen, aus dem Ortsmuseum Hallau und dem Museum Schleitheimertal. Vor allem Arbeitsplätze für Frauen im Wutachtal gab es bei der Firma Steinmann zwischen 1952 und 1975.

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Bereits im 19. Jahrhundert hatten geschickte Stühlinger Frauen ein gutes Einkommen, wie Jutta Binner-Schwarz informiert: „Es bestand die Möglichkeit, in Heimarbeit als Stickerinnen für Ostschweizer Textilfirmen tätig zu sein. Die heimischen Landwirte waren nicht begeistert, fehlten ihnen doch die Mägde. Und die Kirche fürchtete ob des eigenen Lohnes um die Sittlichkeit der gut verdienenden Weiblichkeit.“ Über 50 Menschen aus der gesamten Region waren dem Aufruf nach Kleidern mit persönlicher Geschichte gefolgt, außerdem wird die Zunftkleidung wandernder Handwerker und weitere Arbeitskleidung gezeigt.

Exponate aus privater Hand (im Bild vom Stühlinger Schneidermeister Martin Harder), Sammlungen sowie Museen zum Thema „Kleider, Schneider & Geschichten“ sind in der Ausstellung zu sehen.
Exponate aus privater Hand (im Bild vom Stühlinger Schneidermeister Martin Harder), Sammlungen sowie Museen zum Thema „Kleider, Schneider & Geschichten“ sind in der Ausstellung zu sehen. | Bild: Yvonne Würth

Zur Ausstellung gibt es auch ein umfassendes Begleitprogramm. Was das Sammeln von Schneckenhäuschen für das Garn der Gräfin der Erzählung nach mit dem Ausbruch des Bauernkrieges 1524 zu tun hatte und was wirklich dahinter steckt, damit befasst sich Andreas Mahler bei seinem Vortrag.

Die Ausstellungswanderung mit der Vorsitzenden Veronika Keller dreht sich um die Wandergesellen auf der Walz beim Gasthaus „Zum Weiler“, auch erzählt sie Kleidergeschichten rund um den Röschenhof. Zur thematischen Stadtführung mit Schwerpunkt auf dem Schneiderhandwerk lädt die Vorsitzende Jutta Binner-Schwarz an zwei Sonntagen persönlich. Petra Haller ist Leiterin der Kostümgruppe „Sissis Erben“. Neben einem Vortrag über das Korsett kommt sie mit ihrem Team in historischen Gewändern, um durch die Schür und den Schürgarten zu flanieren und von der Mode der damaligen Zeit zu erzählen.

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Mit Tonia Albrecht basteln Kinder ab sieben Jahren Mode mit Artikeln, welche sonst im gelben Sack landen. Eine Modenschau mit Kleidung aus dem alten Rom lockt Groß und Klein. Entlang der Eberfingerstraße findet eine Ausstellung von Vogelscheuchen statt, im Wettbewerb wird am 2. Oktober um 16 Uhr die schönste und kreativste Vogelscheuche ermittelt. Während der Ausstellung ist der schöne Schürgarten zugänglich.

Exponate aus privater Hand (im Bild vom Stühlinger Schneidermeister Martin Harder), Sammlungen sowie Museen zum Thema „Kleider, Schneider & Geschichten“ sind in der Ausstellung zu sehen.
Exponate aus privater Hand (im Bild vom Stühlinger Schneidermeister Martin Harder), Sammlungen sowie Museen zum Thema „Kleider, Schneider & Geschichten“ sind in der Ausstellung zu sehen. | Bild: Yvonne Würth