St. Blasien In der Euroklasse am Kolleg St. Blasien können die Schüler mehr als Deutsch lernen

Schüler aus der ganzen Welt besuchen die Euroklasse am Kolleg St. Blasien. Das Kolleg besteht auf christlichen Ritualen und das akzeptieren Eltern und Jugendliche.

Die internationalen Schüler, die am Kolleg St. Blasien die Euroklasse besuchen – auch Flüchtlingskinder aus Krisengebieten – haben hauptsächlich das Ziel, das deutsche Abitur abzulegen oder während eines Aufenthaltsjahrs Deutsch zu lernen. Laut Schulleiter Hubert Müller sind die 50 Euroschüler aus 25 Ländern als Klasse sieben Stunden in der Woche unter sich. In den restlichen Fächern seien sie in die üblichen Klassen integriert.

Schüler der Euroklasse kommen aus vielen verschiedenen Nationen

Alle Schüler des Kollegs erheben sich in der ersten Stunde zum Morgengebet. In den Reihen der achten, neunten und zehnten Klassen sitzen auch Schüler aus der Euroklasse. Bis zu sechs Schüler seien es pro Klasse, sagt Schulleiter Hubert Müller, der die Euroklasse ein Erfolgsmodell nennt. Später sind die Schüler aus Vietnam, Südkorea, Kolumbien, Russland, Irland und anderen Nationen von elf bis 17 Jahren in der Euroklasse. Dann steht Deutsch als Fremdsprache auf dem Plan. Der Blume? Die Blume? Das Blume? Sie sollen Nomen umkreisen und Artikel finden.

Seit rund 25 Jahren gibt es das Angebot

Ungefähr 25 Jahre ist es her, dass die Euroklasse von Florita Schmidle, der Frau des langjährigen Schulleiters Bernhard Schmidle, aus der Taufe gehoben wurde. Die Heranwachsenden sind mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen gekommen, so der Schulleiter. Um das Versetzungszeugnis von Klasse zehn nach elf zu schaffen als Einstieg in die Oberstufe, sei es wichtig, dass die Euroschüler in der achten (spätestens der neunten) Klasse den Weg dorthin finden.

Die völlig neue Kultur stellt eine Herausforderung dar

Auch das Hineindenken in eine völlig neue Kultur, sei eine enorme Leistung, findet Müller. In Mathematik und Naturwissenschaften gehe es zügig. Schwierig seien Fächer, die kulturelle Voraussetzungen fordern, wie Geschichte, Politik oder Religion. „Wir sind eine christliche Schule“, betont er. Das heißt laut Müller, sie müssen am Religionsunterricht teilnehmen, das Morgengebet zu Beginn der ersten Stunde akzeptieren und beim Gottesdienst am Anfang jedes Schuljahrs dabei sein. Bisher gebe es diesbezüglich keine Konflikte. „Es ist Respekt, was wir von unseren Schülern erwarten, mehr nicht.“ In seltenen Fällen komme es vor, dass für einen strengen Moslem das Kreuz im Klassenzimmer ein Ärgernis sei.

Im Internat lernen ausländische Schüler schneller die Sprache

Zum Konzept der Euroklasse gehörte ursprünglich, dass es interne Schüler sind. Das Sprachbad im Internat bei Sport und Spiel habe eine wichtige Funktion. Jedoch seien die Flüchtlingskinder als externe Schüler integriert. Inzwischen sei die Zahl von sieben Flüchtlingskindern zurückgegangen. „Das gymnasiale Niveau schaffen sie in der Regel nicht“, erklärt der Schulleiter. Aber die, die wieder gegangen sind, hätten Deutsch gelernt und eine Lehrstelle gefunden oder machten ein Praktikum.

Vielfalt als Bereicherung

Müller ist überzeugt, dass die Vielfalt an Nationen eine Bereicherung sei. Gerade, wenn die Flüchtlinge von ihrer alten Heimat erzählen, die vom Krieg zerfressen ist. „Während sie von ihren Erlebnissen sprechen, werden solche Themen, wie sie jetzt diskutiert werden, wie der Familiennachzug, plötzlich ganz lebendig.“ Eines der Kinder habe seinen Vater und zwei Geschwister noch in Syrien, die in einem Kellerloch leben würden. „Plötzlich ist für unsere Schüler das Leben dort in Unsicherheit, politischer Unfreiheit und der richtigen Angst vor der Zukunft ganz nah.“

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