„So schön Silvester ist, für die Tiere ist diese Zeit nicht so einfach“, sagt Hannelore Nuß als Leiterin des Tierschutzvereins. Natürlich weiß Nuß, die selbst einen Hund, eine Katze, Fische und Vögel hat, dass nicht jeder sein Leben so nach den Tieren ausrichtet und wie sie an Silvester auf Raketen und Knaller verzichtet. „Hilfreich wäre es schon, wenn es einen Sammelplatz gäbe, an dem geschossen wird und nicht jeder das vor seiner Haustüre macht“, sagt sie. Und möglichst leise Raketen wären auch wünschenswert, da die Knallgeräusche dem empfindlichen Gehör gerade von Hunden und Katzen schaden können.

Bereits an Weihnachten habe der Tierschutzverein besonders viel zu tun, sagt Nuß. „Immer noch melden sich viele Eltern, die ihrem Kind ein Tier gekauft haben und uns dann fragen: ,Was mache ich denn jetzt damit?’.“ Spätestens im Februar und März des folgenden Jahres sehe das Tierschutz-Team einige dieser Tiere dann im Tierheim wieder. Kurz vor Silvester, wenn Ungeduldige schon Knaller loslassen, gebe es dann die ersten Einsätze wegen erschrockener und entlaufener Hunde. In der vergangenen Silvesternacht selbst sind Nuß und die anderen Helfer sieben Mal ausgerückt. Meistens mussten sie Hunde suchen, die vor Schreck davongerannt waren. „Wer es seinem Tier an Silvester leichter machen will, sollte einfach nur da sein“, rät Nuß. „Betüteln“ sollte man es allerdings nicht. Das mache den Hund oder die Katze erst recht nervös. Es reiche, sich zu dem Tier zu setzen, vielleicht leise Musik anzumachen und einfach präsent zu sein. Auch im Tierheim ist an Silvester immer jemand da. Was Wildtiere angeht, mahnt Nuß ebenfalls, Rücksicht zu nehmen. Igel etwa, die zur Zeit im Winterschlaf sind, würden durch die Knallerei aufgeschreckt und auch Rehe und Füchse hätten Angst.

Förster Gerd Fricker sieht das Ganze gelassener. „Sofern die Wildtiere nicht direkt mit den Knallern konfrontiert sind, ist das unproblematisch“, sagt er. Im Wald selbst und auch am Waldrand sollten „der Tierwelt zuliebe“ aber keine Raketen gezündet werden. Und es gibt noch einen weiteren Grund: Feuerwerke in der Natur könnten zu Waldbränden führen. „In Zeiten des Klimawandels ist es rund um Weihnachten teils so warm und trocken, dass diese Gefahr durchaus besteht“, sagt Fricker. Verbieten könne man das „Böllern“ in und um Wald aber nicht, Fricker appelliert jedoch an den „gesunden Menschenverstand“. Bislang habe es in dieser Hinsicht auch noch keine Probleme in Rheinfelden gegeben.

Pferde kommen ganz gut klar

Eher entspannt sieht auch Katrin Frech vom Reitstall Frech-City das Thema Silvester. Obwohl Pferde ja bekanntermaßen sehr schreckhafte Tiere sind, hätten sich die Pferde auf dem Karsauer Hof bereits an die Knallerei gewöhnt. „Sie sind in dieser Nacht aufmerksam und schauen, was los ist, aber Angst haben sie in der Regel nicht“, sagt Frech. Und sowieso seien die Pferde durch die Tunnelbauarbeiten zur A 98 abgehärtet. „Da knallt es immer mal wieder mitten am Tag, wenn etwas gesprengt wird“, sagt Frech. „Damit kommen die Pferde aber gut klar.“ Trotzdem verbringen zwei Besitzer regelmäßig die Nacht auf den 1. Januar bei ihren Vierbeinern auf dem Hof, um ihnen Sicherheit zu geben.

So feiern viele Rheinfelder Silvester

Das Jahr klingt in Rheinfelden grenzüberschreitend aus. Das wird alles geboten:

  • Die Vorbereitung: Bis zur letzten Minute feilen die Veranstalter in beiden Rheinfelden am Silvesterprogramm, das die Bevölkerung am Rhein wieder auf der alten Rheinbrücke für ein gemeinsames Abendprogramm mit Feuerwerk zusammenführen soll.
  • Die Getränke: Damit der Ausflug an den Rhein keine trockene Angelegenheit für jene Besucher wird, die nicht mit einer gut gekühlten Flasche Sekt und Gläsern im Handgepäck anreisen, wirtet vor dem Inseli auf schweizerischem Terrain der EHC und am Brückenkopf beim Haus Salmegg auf deutscher Seite ein Cateringunternehmen, das Wraps und Getränke aller Art anbietet.
  • Die Regeln: Gabriele Zissel von der ausrichtenden Tourist-Info weist, weil immer noch Unsicherheiten in der Bevölkerung bestehen, darauf hin, dass bei der Silvesterfeier das Trinken und Mitbringen von Alkohol keinesfalls verboten ist. Untersagt ist aus Sicherheitsgründen lediglich das Zünden von privatem Feuerwerk.
  • Die Musik: Bereits um 22 Uhr beginnt die musikalische Unterhaltung mit Schlagern und Filmmusik vom Band. Die Lautsprecher sind über die gesamte Brückenlänge verteilt. Erfahrungsgemäß geht es eng zu je näher der Zeiger auf Mitternacht rückt.
  • Das Feuerwerk: Das zwölfminütige Feuerwerk der beiden Städte wird wieder an beiden Ufern in den Himmel steigen. Auf badischer Seite ist es der Weg unterhalb des Salmeggs, die Startrampe, bei den Nachbarn steigen die Raketen vom Inseli hoch, sofern es nicht vom Fluss überspült wird. (ibö)

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