Die bei Wanderern und Radfahrern gleichermaßen beliebte Murgtalstraße zwischen Murg und Hottingen ist seit März aufgrund eines Hangrutsches gesperrt. Immer wieder werden Stimmen laut, die befürchten, dass die Murgtalstraße zu einer zweiten Albtalstraße werden könnte und für Jahre gesperrt wird. Fakt ist momentan jedoch nur, dass Untersuchungen laufen. Bürgermeister Adrian Schmidle hofft, in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause erste Untersuchungsergebnisse präsentieren zu können.

Durch das Murgtal geht es nur noch über Umwege. Seitdem der Weg zwischen den beiden Tunnels im Bereich Elendslöchle über eine Länge von etwa fünf Metern abgerutschte, zwingen Absperrungen die Radfahrer und Wanderer, die Stelle zu umgehen. „Dort ist es brandgefährlich“, rechtfertigte Bürgermeister Adrian Schmidle diese Maßnahme in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Deswegen werde die Absperrung auch täglich kontrolliert.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Hangrutsch hatte sich ereignet, nachdem ein durch Schneebruch umgeknickter Baum samt Wurzelwerk entfernt worden war. Eine alte Trockenmauer stützte an dieser Stelle den in einer Höhe von etwa sechs Metern über der Murg verlaufenden Weg. Wie der Bürgermeister informierte, rutscht der Hang immer mehr ab. „An der Ostseite drückt von einer Felswand das Wasser. Alles ist in Bewegung gekommen. Es rutscht immer mehr ab“, so Schmidle und betonte: „Dafür übernehme ich keine Verantwortung.“

Klaus Graß schlägt vor, die Stelle durch eine solche Pritsche mit Geländer wieder passierbar zu machen.
Klaus Graß schlägt vor, die Stelle durch eine solche Pritsche mit Geländer wieder passierbar zu machen. | Bild: Klaus Graß

So bezeichnet Schmidle den Vorschlag des Niederhöfers Klaus Graß, die Abbruchstelle mit einer Pritsche zumindest für Radfahrer und Wanderer zu überbrücken, zwar als eine „gute Idee“, verweist aber auf die komplexen Gegebenheiten vor Ort. Zusätzlich zur Geologie seien auch die beiden Tunnels ein Problem: „Da kommt kein schweres Gerät durch“, sagte Schmidle. Außerdem liegt der Bereich der Schadstelle in einem FFH-Gebiet, also einem Schutzgebiet für Fauna, Flora und Lebensraumtypen, sodass die Untere Wasserbehörde mit einzubinden ist.

Das könnte Sie auch interessieren

„Das alles muss sauber untersucht werden“, fasst Schmidle denn auch zusammen. Aktuell sind laut dem Bürgermeister sowohl das Geologische Institut als auch das Ingenieurbüro Eckert in Schwörstadt mit den Untersuchungen beschäftigt. Bürgermeister Adrian Schmidle hofft darauf, in der letzten Julisitzung des Gemeinderats erste Ergebnisse besprechen zu können. Eine Sanierung wird nicht zuletzt auch eine Frage der Finanzen sein: „Wir müssen auch schauen, was kostet das“, erklärte der Bürgermeister.