Mit dem Umbau der Energiewirtschaft gehen zahlreiche technische und organisatorische Änderungen einher. Die mehrheitliche EnBW-Tochter Energiedienst in Rheinfelden geht die kommenden Probleme im Energiemanagement an. Murg ist dazu als eine Demozelle im bundesweiten Projekt „C/sells“ ausgewählt worden. Zur Bewertung des laufenden Projekts trafen sich am Mittwochnachmittag hochrangige Vertreter aus Forschung, Wissenschaft und Verantwortliche in der Rheinfelder Konzernzentrale. Der experimentellen kommunalen Stromgemeinschaft in Murg wird besonders viel Aufmerksamkeit zu Teil, da sonst nur größere Städte zum Zuge kamen.

Viel ist im Vorfeld Murg bescheinigt worden. Dem Leiter für Vertrieb und Energiewirtschaft bei Energiedienst, Daniel Schölderle, waren fünf Punkte besonders wichtig: „Eine arbeitsame Bürgerinitiative, viele sind im Klimaschutz aktiv, viele Einfamilienhäuser mit Photovoltaik-Anlage, eine große Rückendeckung der Gemeinde und nicht zuletzt auch im eigenen Netzgebiet“. Daher sei Murg in Konkurrenz mit Rheinfelden und Bergalingen zum Zuge gekommen.

Es stelle sich generell für die Zukunft die Frage, wenn die Energiewende ein Erfolg werden soll, welche leistungsfähigen Energiemanagement-System dann nötig werden. Hier sind die althergebrachten Lösungen nicht mehr passgenau. Das ist bereits der Stand der Dinge in Wissenschaft, Forschung und Politik. Die Energieunternehmen suchen nach neuen Lösungen und Energiedienst in Rheinfelden hat maßgeblich dafür eine Stabsstelle aufgebaut.

Oliver Maicher hat bereits im Juni in Murg-Hänner das Projekt C/sells vorgestellt. Das „C“ steht für Zelle, mit „sells“ werden Vermarktungsalternativen umschrieben. Gedacht wird dabei, dass der lokal produzierte Strom innerhalb der Nachbarschaft weitergereicht werde. Im Mittelpunkt steht die zukünftig reale Hilfe als regionaler Energieversorger und Netzbetreiber in Murg.

Noch wird über die EEG-Förderung die Stromgewinnung von Privathaushalten staatlich garantiert vergütet. Die ersten privaten Stromerzeuger fallen aber ab 2021 aus dem System heraus. Da stellen sich die Fragen nun für die Energiewende: Netzeinspeisung weiterhin, den Eigenverbrauch optimieren und alternative Vermarktungswege aufbauen – Maicher und Schölderle sehen operative Probleme in allen Wegen.

Murg wird zur Demozelle, um aussagekräftige Daten zu gewinnen. Dafür bekommen die Teilnehmer neueste Messsysteme installiert, wie etwa intelligente Stromzähler, die auch nach Abschluss der Pilotphase von den Nutznießern verwendet werden können.

Der Fortsetzungsgedanke für die Murger Teilnehmer sei von Anfang an vorgesehen. Als Anreiz für die Murger Gemeinschaft stehe die womöglich spätere Energieautonomie hoch im Kurs. Mit 60 Zählern neuester Generation wird derzeit in Murg vonseiten des Unternehmens Energiedienst gerechnet. „Aber wir habe grünes Licht für ein Vielfaches an Teilnehmern“, so die Projektverantwortlichen.