Wird die Treppe Murgtal/Kirchstraße saniert oder bleibt sie gesperrt? Auch die Gemeinderatssitzung am Montag brachte keine Antwort. Ein Geschäftsordnungsantrag des Oberhöfer Ortsvorstehers Roland Baumgartner (FW) mit dem Vorschlag, die Sanierung der Treppe in ein Gesamtkonzept Murgtalpfad einzubinden und so eventuell Fördergelder zu bekommen, fand keine Mehrheit. Acht Räte stimmten mit Ja, auch Bürgermeister Adrian Schmidle, neun Räte mit Nein, ein Rat enthielt sich der Stimme. Damit war der Antrag vom Tisch.

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Noch vor der Sitzung im Rathaus kamen Räte und Bürger vor Ort bei der Treppe zusammen. Geplant ist, die durch in steiler Hanglage freigelegten Fundamente mittels Bohranker wieder zu stabilisieren. Die Treppe selbst, so informierten die Fachleute, sei in einwandfreiem Zustand. Auch später im Rathaus hatten viele Bürger Platz genommen. Claudia Völkle, bereits in der ersten Oktober-Sitzung als Fürsprecherin der Treppe anwesend, überbrachte noch einmal den Wunsch vieler Murger Bürger, die Treppe weiterhin benutzen zu wollen. Auch Hans-Peter Müller vertrat Bürger, die ihn angesprochen hatten: „Der Bürger hat die Treppe akzeptiert. Sie finden es schlecht, dass ihnen jetzt der Stuhl weggezogen wird.“

Kritik an Kosten und Sicherheit

Hauptkritikpunkte sind die Kosten und die Sicherheit. Die Treppe sei wünschenswert, aber nicht notwendig, so der Tenor jener, die sich an den Kosten stören. Es sei die finanzielle Gesamtsituation der Gemeinde zu sehen. Zu ihnen gehört auch Ortsvorsteher Roland Baumgartner (FW), der zwar Verständnis für jene zeigte, die weiter die Treppe nutzen, aber dabei bleibt: „Nicht notwendig.“ Zumindest nicht, wie die Kosten bei der Gemeinde bleiben.

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Den Sicherheitsaspekt vertraten unter anderem die Gemeinderäte Stefan Ganser (FW), Björn Zander (AfD) und Angelika Eckert (CDU). Sie erwähnten die Rutschgefahr und ein generelles Sicherheitsproblem für den Weg, der ohne Geländer und ohne Beleuchtung ist. Nach Meinung von Eckert reicht es nicht alleine, die Fundamente zu sanieren. „Es geht um die Gesamtsituation“, meinte auch Georg Kirschbaum (SPD), der im September mit Nein gestimmt hatte und ankündigte, sich jetzt zu enthalten: „Ich will nicht, dass diese Treppe ein Ortsteilkampf wird.“ Im Übrigen sprach Kirschbaum von „arrogant und respektlos“ mit Blick auf den Leserbrief eines früheren Gemeinderats, der den Gegnern der Treppe jegliche Empathie absprach.

Klaus Bossert (Grüne) betonte die Bedeutung als Schulweg und meinte aus seiner aktiven Zeit als Lehrer: „Ich kann mich in 18 Jahren an keinen einzigen Unfall erinnern.“ Dass Schüler stattdessen die Kirchstraße benutzen sollen, befremdet ihn. Er erinnerte an die in Oberhof geforderte Ampel für Kinder und meinte, hier werde offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen.

Bürgermeister verwundert über Debatte

Bürgermeister Adrian Schmidle merkte an: „Mich wundert diese Debatte. Wir haben selten über ein Projekt so gestritten.“ Schmidle bat darum, nicht nur den Schulweg zu sehen, sondern auch die Bedeutung für das neue Baugebiet „Auf Leim“ und als stark beworbene, wichtige Wanderverbindung in der Ferienwelt Südschwarzwald. Seinem Vorschlag, auch die weiteren Beschlussvorschläge auf die nächste Sitzung zu vertagen, folgten die Räte mehrheitlich.

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