Aus Verantwortung gegenüber ihren Vereinsmitgliedern und der Bevölkerung hat der Musikverein Oberhof vorübergehend sämtliche Zusammenkünfte und musikalische Aktivitäten abgesagt. „So kurz vor dem Jahreskonzert ist das eine harte, aber notwendige Entscheidung“, sagt die Vorsitzende Nicole Maier. „Wir haben inzwischen alle Vorbereitungen eingestellt und hoffen, dass wir Ende April unsere Aktivitäten wieder aufnehmen können“, stirbt die Hoffnung bei der Vorsitzenden zuletzt. „Am schlimmsten trifft es unseren musikalischen Leiter, der sämtliche Vorbereitungen für das Konzert bereits abgeschlossen hat und mit Register- und Gesamtproben schon eine gute Strecke zum öffentlichen Auftritt mit uns hinter sich gebracht hat. Aber wie gesagt: Das Konzert ist abgesagt.“ Dies schreibt der Musikverein Oberhof in einer Pressemitteilung.

Neben der Ausbildung der Zöglinge der vergangenen fünf Jahre bereitet Dirigent Josef Klein derzeit zwei starke Gruppen auf die Prüfung vor: Eine Siebenergruppe sollte an Ostern, weitere Spieler im Sommer den Kurs des Blasmusikverbandes Hochrhein in Steinabad besuchen. Mit Elisabeth Eckert, Laura Fühner, Julian Lauber, Ines Fühner und Johanna Fleck, Claudio Kaltenbacher, Georg Römer, Heidi Eckert und Tamara Dede bereiten sich noch zwei weitere Spielerinnen vor, um das Silberne Leistungsabzeichen zu erreichen. Flötistin Tina Maier wollte zeitgleich den Kurs zum bronzenen Leistungsabzeichen in Steinabad absolvieren. Alle werden nun voll ausgebremst und wissen nicht, wann ihnen tatsächlich die Prüfung abgenommen werden kann.

Für zwölf weitere Zöglinge ist geplant, dass sie Ende April das Junior-Leistungsabzeichen theoretisch und praktisch ablegen. Die Theorie-Prüfung war ursprünglich für den Dienstag dieser Woche geplant, sie wird wohl erst Ende April stattfinden können, ebenso die praktische Instrumentalprüfung. Bei der leistungsorientierten Prüfung im Musikvereins Oberhof ist es üblich, dass bei solchen Prüfungen ein vereinsexterner Prüfer anwesend ist. Also werden Lenny Räder, Kuno Fühner, Anna Hammerschmidt, Julian Conradt, Emily Kraft, Leni Ücker, Louis Kraft, Max Ücker, Kiano Strittmatter, Stéphane Voegtlin und Jonas Kaiser mit Lars Köhler mit den Vereinsverantwortlichen hoffen, dass die Krise bis nach Ostern gemeistert ist und diese Prüfung regulär in Hänner oder Oberhof abgehalten werden kann.

Für Dirigent Josef Klein bedeute die Verschiebung eine enorme Belastung. „Der Virus haut voll in die Ausbildung rein und fordert kurzfristig zusätzliche Kräfte.“ Mit dem Dirigieren des Musikvereins und des Jugendorchesters Oberhof-Hänner sei er ausgelastet. Dazu komme die Ausbildung der 43 dem Verein angeschlossenen Jungmusiker, deren Ausbildung er organisiert und einige selbst ausbildet. Damit sei die obere Leistungsgrenze erreicht. Durch die Verschiebung der Abschlüsse wird zusätzliche Organisation notwendig. „Wir wollten nach fünfjähriger Ausbildung die meisten Zöglinge des Jahres 2015 in den Musikverein „entlassen und hoffen, dass dies auch jetzt noch möglich wird.“

Am Donnerstag, 23. Juli, um 18 Uhr ist die Neuaufnahme von Zöglingen geplant, die nach zweijähriger Neuaufnahme-Abstinenz nun Schlange stehen. „So sehr dies den Musikverein Oberhof und seine Ausbildung ehrt, die Arbeit muss geleistet werden und die Qualität muss stimmen“, ist er überzeugt. „Aber natürlich freuen wir uns auf bildungshungrige und leistungswillige Zöglinge, die sich dem Hobby Blasmusik verschreiben wollen.“