Bei der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Brombach wurde für etwa neun Monate eine „Freiraum- und Spielkiste“ aufgestellt. Sie ist ein Projekt der Internationalen Bauausstellung Basel 2020 und war schon an zwei Standorten in Riehen im Einsatz. Betreut werden die Kiste und das Spielangebot vom SAK Lörrach.

Die „Kiste“ ist ein roter Container, der hinter der Unterkunft aufgestellt wurde. Er soll als Treffpunkt und zum Aufbewahren der Spielutensilien dienen. Einige Kinder schnappten sich sofort ein paar der Spielsachen, Pedalos, Skateboard, Stelzen und Fahrgeräte. Hier könnten zwei Dinge verknüpft werden, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz, nämlich die IBA, deren Zwischenergebnisse im Herbst präsentiert werden, und das Flüchtlingsthema, das die Gesellschaft bewegt. In der Unterkunft leben rund 200 Menschen, darunter 70 Kinder und Jugendliche. Flüchtlingskinder, die die Entscheidungen ihrer Eltern mittragen müssen, wollten einfach nur Kind sein. Die Kiste fördere gemeinsames Spielen und biete vielleicht Anknüpfungspunkte für Kinder aus der Nachbarschaft, meinte Lutz. Die Freiraumkiste ist Bestandteil des IBA-Projekts „Trinationale Freiraumproduktion“ unter Federführung des Planungsbüros Bryum aus Basel. Auch Annemarie Pfeifer, Gemeinderätin in Riehen, betonte, gerade Flüchtlingskinder, die häufig traumatisiert sind, brauchen eine freundliche Umgebung, die Chance, Normalität zu erleben und die schönen Seiten der Welt kennenzulernen. In Lörrach sei man mit der Flüchtlingsbetreuung weiter als in Riehen, wo erst wenige Flüchtlinge angekommen sind, und sie sei froh, dass die Kiste hier einen Ort gefunden habe, an dem sie helfe, Gemeinschaft einzuüben.

In Riehen stand sie auf der Andreasmatte, wo sie vor allem von Kindern genutzt wurde, dann im Sarasinpark, wo sie Jugendlichen als Treff diente. „Wir freuen uns, dass wir die Kiste weitergeben und ein Zeichen der Solidarität und Zusammenarbeit setzen konnten“, so Annemarie Pfeifer.

Birgitt Kiefer vom SAK kündigte an, die Kiste werde ab Dienstag zweimal pro Woche geöffnet und von den Studenten Irina Maisch, Philipp Roniger und Niklas Bienbeck betreut. Sie soll Kindern, Jugendlichen und Familien zur Verfügung gestellt werden. Man will mit dem Brombacher Helferkreis zusammenarbeiten, und vielleicht könnten mit diesem und anderen Vereinen die Öffnungszeiten erweitert werden. Ein Ziel sei auch, dass Menschen aus der Unterkunft Verantwortung für den Container übernehmen, sagte Birgitt Kiefer. Schon als er aufgestellt wurde, seien Flüchtlinge gekommen und hätten geholfen.

Die Wiese hinter der Unterkunft soll für Spiele genutzt werden. Petra und Jörg Morgenstern, Hausmeister in der Gemeinschaftsunterkunft, planen, Ponyreiten anzubieten.