„Wir müssen tatsächlich abwarten, wie es sich entwickelt“, sagt Renata Vogt, Vorsitzende des grenzüberschreitenden Kulturausschusses in Laufenburg. Zu groß sei für die Planer momentan die Unsicherheit durch die Verordnungen. Dabei weiß Vogt: „Die Leute haben Lust auf Kultur.“ Kultur sei nicht am Unwichtigsten im Leben. Doch bei der Planung für die Kulturtage in beiden Laufenburg, die meist in den ersten zwei Augustwochen stattfinden, ist Vogt unter den derzeitigen Bedingungen noch „sehr vorsichtig“.

Noch vorsichtig beim Planen der grenzüberschreitenden Kulturtage ist Renata Vogt vom Kulturausschuss beider Laufenburg.
Noch vorsichtig beim Planen der grenzüberschreitenden Kulturtage ist Renata Vogt vom Kulturausschuss beider Laufenburg. | Bild: Jürgen Scharf

Mindestens einen Monat will sie noch zuwarten, bis sie im Kulturausschuss die Entscheidung trifft. „Bis dahin muss klar sein, dass es in Baden-Württemberg wieder möglich ist, draußen und drinnen etwas zu veranstalten“, so Renata Vogt. Es werde aber wohl ein eingeschränktes Programm geben. Für die erfahrene Kulturmacherin sieht es im Moment noch eher nach einem Sonderprogramm aus, so ähnlich wie im vergangenen Sommer mit den „Mini-Kulturtagen“, die ausschließlich im Freien stattfanden.

Also ein abgespecktes Spezialprogramm mit Veranstaltungen, die leichter zu verwirklichen sein werden, mit Künstlern, die nicht so weit herkommen müssen, und bei denen der Veranstalter flexibler reagieren kann. „Wenn man draußen etwas machen kann, wird es ein anderes Programm sein als drinnen“, so Vogt. Das Problem bei der grenzüberschreitenden Kulturarbeit liege in den verschiedenen Regelungen der beiden Länder, die berücksichtigt werden müssen. Vogt ist sich bewusst: „Ich kann ja nicht für die Schweiz allein planen.“ Immerhin habe man an die 70 Prozent deutsche Besucher. Und somit ließen sich ohne die deutsche Seite keine Kulturtage planen. Nach Ansicht von Ranata Vogt sei das „nicht sinnvoll, unsolidarisch und nicht konzipierbar“. Erschwerend komme hinzu, dass die Stadthalle im schweizerischen Laufenburg bis 31. Juli – und womöglich darüber hinaus – als Impfzentrum belegt sei. Und ohne diese größere Halle könne sie keine Veranstaltungen planen.

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Auch für Elisabeth D‘Souza vom Kulturbüro der Stadt ist mit größeren Veranstaltungen wahrscheinlich eher nicht zu rechnen, aber mit kleineren. Im Augenblick habe man das nicht in der Hand und müsse weiterhin abwarten. Jeder Veranstalter in Laufenburg habe sich schon seine Gedanken gemacht und einige Ideen lägen in den Schubladen, sagt die Kulturbeauftragte in der Stadtverwaltung. Für den Herbst ist wieder das „Akkorde“-Festival am Hochrhein terminiert. Als Beitrag zu diesem Gitarrenfestival plant die Stadt, den vom vergangenen September verschobenen Auftritt des Duos „Milou & Flint“ nachzuholen.

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Die beiden Multiinstrumentalisten und Singer-Songwriter aus Hannover sollen nun im Oktober ihren fröhlichen und kreativen Poesie-Pop ins Codman-Schlössle bringen. D‘Souza sieht das Problem, dass „die Schweizer wieder mehr dürfen als wir“, aber das ändere sich täglich. Niemand wisse, wie im Herbst die Hygienevorschriften seien und ob dann auch wieder nur 25 Zuhörer zum Konzert kommen dürfen, was „nicht realisierbar“ sei.

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Immerhin: Ein paar feste Konzerttermine eingeplant sind bei den „Mary Codman Classics“ im Schlössle. Maria-Theresia Rist hofft, schon im Sommer die Reihe fortsetzen zu können. „Wir fangen so langsam wieder an, zu planen“, erklärt die Vorsitzende des Vereins Kultur im Schlössle auf Anfrage. Sie ist im Austausch mit der künstlerischen Leiterin der Reihe, der in New York lebenden Pianistin Gabriela Fahnenstiel, die, so Rist, „in den USA genauso blockiert“ sei wie die Musiker hier.

Im dritten Anlauf soll es im Oktober endlich klappen mit dem Klavierrecital von Dinis Schemann im Schlössle.
Im dritten Anlauf soll es im Oktober endlich klappen mit dem Klavierrecital von Dinis Schemann im Schlössle. | Bild: Jürgen Scharf

In der kommenden Saison sollen zwei Konzerte nachgeholt werden: Zuerst im August das im Mai 2020 wegen Corona ausgefallene Duo-Konzert der aus Laufenburg stammenden Geigerin Christina-Maria Moser und ihrer portugiesischen Klavierpartnerin Marta Patrocinio. Die Violinistin war Stipendiatin der Volksbank-Hochrhein-Stiftung, macht zurzeit ein Weiterbildungsstudium in Zürich und ist als Orchestermusikerin in verschiedenen Schweizer Orchestern tätig. Man darf sich also jetzt schon auf „Saitenpower“ freuen. Dann soll im Oktober, im dritten Anlauf, der Pianist Dinis Schemann zu einem Klavierrecital in den Panoramasaal kommen. Schon zweimal musste sein Auftritt verschoben werden, im August 2020 und dieses Frühjahr. Maria-Theresia Rist hofft, dass es diesmal endlich klappt und der Steinway-Flügel nach langer Pause wieder einmal zum Klingen gebracht wird.