Zum vierten Mal fand in diesem Jahr im Schlössle in Laufenburg das „Festival Junge Klassik“ statt. Das Ungewöhnliche daran ist, dass 2015 zunächst kein Kulturverein dahinter stand sondern eine einzige Person – die damals 18-jährige Cellistin Natalia Dauer. Sie suchte damals ein Forum für hochtalentierte Musiker der jungen Generation: „Es gibt hier in der Region so viele begabte Musiker, aber sie haben keine Plattform für solistische Auftritte“, so die Cellistin.

Sie selbst war 2015 Förderpreisträgerin und seit 2016 Stipendiatin der Volksbank Hochrhein-Stiftung. Leidenschaftlich setzte sie sich für die Idee eines Festivals ein und fand bei Brigitte Chymo vom Kulturausschuss der Stadt Laufenburg engagierte Unterstützung: Die Stadt übernahm seit 2015 die Öffentlichkeitsarbeit, setzte die Termine und suchte Sponsoren: „Ohne Unterstützung ist so ein Festival unmöglich“, so Natalia Dauer.

Musiker sollen jung und regional sein

Sie selbst ist die künstlerische Leiterin, sucht die Musiker aus – „sie sollen jung und regional sein“ – und gestaltet das Programm: „Ich will was Besonderes. Es soll interessant sein.“ So gab es etwa beim Festival 2016 eine freie Improvisation mit ihr und dem Gitaristen Adrian Brenneisen: „Das war spannend, einfach ohne Noten und aus dem Impuls heraus zu musizieren.“ Dieses Jahr spielten sie und der Cellist Nathan Zürcher jeweils leicht theatralisch vorgetragene Eigenkompositionen zu Filmmusiken. Erstmalig gab es auch ein Kinderkonzert, bei dem junge Musiker und eine Erzählerin den „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens aufführten. Rückblickend sagt sie: „Ich war am Anfang noch sehr unerfahren und ging einfach drauf los.“

Fester Bestandteil im Kulturleben

Seit 2016 ist das Festival Junge Klassik ein fester Bestandteil im Kulturleben der Stadt Laufenburg. Die Konzerte sind immer ausverkauft. Und mit der Unterstützung von Renata Vogt, der neuen Präsidentin der Kulturtage Laufenburg, wird der inzwischen gegründete und als gemeinnützig anerkannte Verein ab 2019 fest in das deutsch-schweizerische Festival „Fließende Grenzen“ integriert, das jedes Jahr zwei Wochen im August stattfindet.

Unterstützung der Stadt Laufenburg

Wie schafft man das alles so neben dem Studium und den täglichen Proben? Natalia Dauer: „Ich habe ja glücklicherweise die Unterstützung der Stadt Laufenburg. Im nächsten Sommer werde ich mein Studium in Basel mit dem Bachelor abschließen und den Schritt in die Berufswelt wagen. Darum bin ich dabei, die Organisation auch an andere Künstler abzugeben. Die Junge Klassik wird nicht nur im Schlössle auftreten, denn der dortige Saal eignet sich nur für Kammermusik bis zu 100 Besuchern. Darum werden wir im kommenden Jahr auch in Schloss Beuggen musizieren.

Auch Waldshut steht auf dem Programm: Am 2. Juni 2019 spiele ich dort in der neuen Stadthalle mit dem Young Eurasian Soloist Chamber Orchestra ein Sonderkonzert. Oder später in Glücksburg mit dem Javus-Quartett aus Salzburg (9. November 19). Die Kontakte entwickeln sich immer mehr, auch international. Und ich bin froh über die Zusammenarbeit mit Peter König von der Volksbank Hochrhein-Stiftung, der mich auf neue Talente aufmerksam macht. Mein Part ist weiterhin das Proben mit den Musikern. Aber die Organisation sollte abgenommen werden, so wie wir das jetzt mit der Stadt Laufenburg geplant haben.“

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
www.festivaljungeklassik.de