Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hat im Fall der insolventen Textilfirma Lauffenmühle in Lauchringen Ermittlungen aufgenommen. Das teilte Staatsanwalt und Pressesprecher Florian Schumann gegenüber dieser Zeitung mit. Ermittelt wird wegen des Verdachts „des Bankrotts und der Insolvenzverschleppung„. Weiter sollen mögliche „ungerechtfertigte Zahlungen“ eine Rolle spielen. Genauere Informationen gab es von der Staatsanwaltschaft nicht. Die Staatsanwaltschaft habe jetzt die Insolvenzunterlagen angefordert. „Erste Ergebnisse wird es frühestens in sechs Wochen geben“, informiert Schumann.

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Laut SÜDKURIER-Information hat es im Jahr 2018 eine Zahlung aus in Höhe von 5000 Euro an eine Beraterfirma in Taiwan gegeben. Weiter befassen sich die Ermittlungen laut Strafgesetzbuch Paragraph 283 unter anderem damit, ob Bestandteile des Vermögens, die im Falle der Eröffnung des Insolvenzverfahrens zur Insolvenzmasse gehören, beiseite geschafft oder verheimlicht wurden. Dazu Insolvenzverwalter Philipp Grub auf Nachfrage dieser Zeitung: „In meiner Tätigkeit als Insolvenzverwalter der Lauffenmühle sind mir bislang keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Ich warte daher auf das Ergebnis der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.“

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Gelassen blickt auch Werner Ritzi, Geschäftsführer der Lauffenmühle, den Ermittlungen entgegen. „Als ich 2014 über die Daun-Gruppe zur Überprüfung sämtlicher Zahlen in die Firma kam, habe ich alles geprüft beziehungsweise prüfen lassen und für Transparenz gesorgt.“ Schon damals habe es jährliche Zahlungen in Höhe von 5000 Euro nach Taiwan gegeben. „Die Wirtschaftsberatung hat das überprüft und es kam zu keinen Auffälligkeiten.“ Allerdings, so räumt Ritzi gegenüber dem SÜDKURIER ein, habe es keine Überprüfung gegeben, ob die Firma in Taiwan tatsächlich existiert.

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Weiter erklärt Werner Ritzi, dass 2009/10 Maschinen und das Grundstück der Lauffenmühle GmbH auf eine Tochterfirma, die Lauffenmühle Systems, übertragen wurden. „Damals war die Lauffenmühle ebenfalls in der Insolvenz und benötigte Geld.“ Das habe es von der Daun-Gruppe, der damals noch über 75 Prozent der Lauffenmüle GmbH gehörten, nur gegeben, wenn es eine Sicherheit gibt. „Und die gab es mit der Übertragung der Maschinen und des Grundstücks. Das hätte jede Bank genauso gelöst“, erklärt Ritzi. Heute gehört die Lauffenmühle Systems laut Daun-Gruppe ebenfalls zur Insolvenzmasse, weil ein Firmenverbund besteht. Ritzi weiter zum Vorwurf des Verdachts der Insolvenzverschleppung: „Davon kann überhaupt nicht die Rede sein. Wir haben frühzeitig die Insolvenz eingeleitet – noch vor einer Zahlungsunfähigkeit. Jetzt bin ich gespannt, was bei den Ermittlungen heraus kommt. Ich bin mir sicher, dass wir uns nichts zuschulden kommen lassen haben.“

Volker Steidel, neben Werner Ritzi der zweite Geschäftsführer, teilt auf Nachfrage mit: „Bei der Zahlung handelt es sich um Beratungsleistungen für Qualitätskontrollen und Handlingskosten, die im Zusammenhang mit sporadisch durchgeführten Gewebezukäufen aus Taiwan anfielen. Diese wurden bezahlt und nach Taiwan überwiesen, ganz legal.“