Küssaberg hat vier Narrenvereine. Mit Hochdruck bereiten sie die fünfte Jahreszeit vor. Zwei davon sind besonders gefordert: Die Küssaberger Rebesäck, die für den 7. Februar das große Küssaberger Narrentreffen in Rheinheim vorbereiten. Und die Reckinger Schnörri, die nach dem Abriss ihrer Gemeindehalle im Dreschschuppen ein Provisorium für ihre Veranstaltungen schaffen müssen.

„Seit Ende vergangenen Jahres ist der Arbeitstrupp so richtig im Einsatz. Die Weihnachtsferien passten ideal dazu“, ist vom Vorsitzenden Frank Gersbach zu hören. Selbstredend findet das Herrichten des Dreschschuppens in Eigenregie statt. Reckingens Narrenvereinsmitglieder sind durchweg mit Handwerksqualitäten gesegnet. Sie verhelfen dem Dreschschuppen zu einer ganz neuen Gemütlichkeit mit knapp so viel Platz für Besucher wie in der Gemeindehalle, dank cleverer Logistik. Die Öffnung des großen Schuppentors führt zu einem Bühnenanbau. Ein Windfang schützt den Eingangsbereich und schafft zusätzlich Platz.

So langsam kehrt schon Gemütlichkeit ein. Der Boden ist wärmegedämmt. Die Bodenplatten stellte die Gemeinde zur Verfügung und würdigt damit das Engagement des Narrenvereins. Schließlich trifft sie nach dieser Zeit des Provisoriums auf einen Dreschschuppen, der nach 60 Jahren mal wieder auf Vordermann gebracht wurde, alle zugigen Öffnungen geschlossen und die elektrischen Einrichtungen saniert bekam. Für den Bühnenanbau stellte die Firma Ritter aus Dangstetten Schalbretter zur Verfügung. „Das wird eine ganz besondere Fasnacht“, erfreut sich Frank Gersbach schon heute an diesem Flair der Improvisation.

Dafür wurde auch das komplette Handwerkerwissen abgerufen, denn, so Gersbach: „Wir wollen, dass sich die Gäste wohl fühlen.“ Gemütlich wird es. Dafür spricht schon der Bauverlauf. Und auch rustikal bleibt es, wozu das Motto passt: „D'Reckinger Fasnacht goht au ohne Halle, mir Bauarbeiter düen üs eifach dä Dreschschuppe kralle.“

In der Nachbargemeinde Rheinheim sind die Küssaberger Rebesäck während der Fasnachtstage „auf Mission im Weltall“ und führen am 7. Februar 18 Umzugsgruppen zum großen Küssaberger Narrentreffen mit anschließender Budenfasnacht zusammen. Es ist das 37. gemeinsame Narrentreffen in Küssaberg, das in seiner Ausrichtung unter den vier Narrenvereinen der Gemeinde reihum geht. In diesem Jahr also ist Rheinheim der Veranstaltungsort mit einem Narrenverein, der seit 45 Jahren die Tradition der alemannischen Fasnacht pflegt, der heute von David Scheppus kommissarisch geleitet wird und seit 1978 der Narrenvereinigung Kleggau angehört.