Die Untersuchung des Todes eines 86-jährigen Mannes, der wenige Tage zuvor im Waldshuter Spital war (wir berichteten), hängt nach wie vor in der Schwebe. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit die Umstände des Todes. Dies sei jedoch noch nicht abgeschlossen, teilte Staatsanwaltschaft Jürgen Schäfer auf Nachfrage des SÜDKURIER mit.

Der Tod des 86-jährigen Mannes aus dem Hotzenwald vor mehr als fünf Monaten beschäftigt die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen seit Mai. Der 86-jährige Corona-Infizierte Mann war am 29. März ins Krankenhaus Waldshut eingewiesen worden. Dort wurde er nach 15-minütiger Untersuchung wieder in sein Pflegeheim zurückgeschickt. Im Pflegeheim starb der Mann drei Tage später an seiner Corona-Infektion.

Anfang Juni bestätigte die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen dem SÜDKURIER, dass die Strafverfolgungsbehörde die Umstände des Todes derzeit prüfe und dabei klären wolle, ob die Behandlung sachgerecht erfolgt sei. Das Klinikum Hochrhein hatte daraufhin in einer Stellungnahme darauf verwiesen, dass es sich lediglich um einen Prüfvorgang handle und diesen begrüßt. Zum Fall selber habe man bereits Stellung bezogen.

Unterdessen dauert diese Prüfung weiter an. Der erste Staatsanwalt Jürgen Schäfer teilte diese Woche mit, der Prüfvorgang habe noch nicht abgeschlossen werden können. Die zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse zur Behandlung und Betreuung des Betroffenen bedürften noch der Auswertung. Erst danach wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob Ermittlungen aufgenommen werden.

Der 86-jährige Senior war am 1. April in einem Pflegeheim auf dem Hotzenwald gestorben. Sein gesundheitlicher Zustand hatte sich zum Sonntag, 29. März, so verschlechtert, dass das Pflegepersonal den ärztlichen Wochenendnotdienst rief. Der alarmierte Arzt ließ den 86-jährigen nach Waldshut ins Klinikum Hochrhein einliefern. Dort wurde er nach 15-minütiger Untersuchung wieder heimgeschickt. Im Pflegeheim starb der Mann drei Tage später. Die Angehörigen sind der Meinung, man hätte den Senior testen und im Krankenhaus aufnehmen müssen – schon zum Schutz der anderen alten Heimbewohner. Chefarzt und Geschäftsführer hatten seinerzeit mitgeteilt, der 86-jährige Mann habe weder Corona-Symptome noch andere Anzeichen für eine stationäre Aufnahme gezeigt.

Ein in Waldshut-Tiengen wohnhafter Senior hatte die Staatsanwaltschaft auf den Fall hingewiesen.

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