Als verantwortlicher Redakteur der Schweizer Fachzeitschrift für Palliative Care und ehemaliger Stadtrat bin ich total entsetzt über die Zustände im Krankenhaus Waldshut, wie sie der SÜDKURIER beschreibt. Dass das Spital immer noch keine – wenigstens kleine – Palliativabteilung hat, wo eine würdevolle End-of-Life-Care separat vom normalen Klinikbetrieb erfolgen kann, ist eine absolute Katastrophe! Herrn Dr. Schlaudts Aussage, man wolle sterbende Patienten „bewusst keiner Veränderung in Form eines Zimmerwechsels aussetzen, da dies zusätzlich Stress und Ängste auslösen kann“, ist eine ebenso dumme wie billige Ausrede, die angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse der Palliative Care durch rein gar nichts gedeckt ist. Die meisten Sterbenden sind heilfroh, wenn sie dem normalen, hektischen Klinikbetrieb nicht mehr ausgesetzt sind und nehmen dafür einen Zimmerwechsel gerne in Kauf. Aber in einer Zeit, in der Krankenhäuser Gewinn machen sollen, hat man an Palliativ- und sterbenden Patienten naturgemäß kein Interesse, denn an denen verdient man ja nichts.

Christan Ruch, Chur/Waldshut