In der Nacht zum Sonntag brannte in Rickenbacher Ortsteil Hütten ein ehemaliges Bauernhaus nieder. Feuerwehren aus Rickenbach und Umgebung kämpften mit einem Großaufgebot gegen die Flammen. Im Haus befand sich nach Angaben der Behörden ein Mann, der mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht wurde. Er war laut Polizei zum Zeitpunkt des Brandes alleine im Haus. Es entstand nach ersten Schätzungen der Behörden ein Sachschaden im Bereich von einer halben Million Euro.

Starke Rauchentwicklung erschwerte die Arbeiten der Einsatzkräfte.
Starke Rauchentwicklung erschwerte die Arbeiten der Einsatzkräfte. | Bild: Julia Gerber

Am frühen Sonntagmorgen gegen 1.20 Uhr wurde über die Rettungsleitstelle in Waldshut-Tiengen der Gebäudebrand in Rickenbach-Hütten gemeldet. Beim Eintreffen von Feuerwehr und Polizei stand das umgebaute Bauernhaus bereits im Vollbrand, teilte die Polizei mit. Die Brandursache war gestern noch unklar. Die Behörden gehen derzeit jedoch von einem technischen Defekt aus. Entsprechende Ermittlungen sollen hier Klarheit bringen.

Die Feuerwehr Bad Säckingen musste über die Drehleiter das Dach öffnen.
Die Feuerwehr Bad Säckingen musste über die Drehleiter das Dach öffnen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Im Verlauf des Brandes wurden immer mehr Feuerwehren aus der Umgebung zusammengezogen. Im Einsatz waren nach Angaben der Rettungskräfte rund 170 Feuerwehrmänner der verschiedener Abteilung Rickenbachs, der Feuerwehren Bad Säckingen mit Drehleiter sowie Wehr und Herrischried, ebenso das DRK.

Zunächst hieß es: Fünf Menschen vermisst

Bei der Anfahrt der ersten Feuerwehren gegen 1.30 Uhr hieß es zunächst noch, dass fünf Personen vermisst waren, was sich später glücklicherweise als Falschmeldung herausstellte. Denn eine sechsköpfige Familie, die das Haus ebenfalls bewohnt, befand sich zum Brandzeitpunkt im Urlaub.

Atemschutz im Dauereinsatz

Die Suche nach möglichen Personen im Innenraum gestaltete sich nach Darstellung der Feuerwehren sehr aufwendig, weshalb eine große Anzahl an Atemschutzträgern benötigt wurde. Da die Männer unter Atemschutz nur begrenzte Zeit im Einsatz sein dürfen, mussten nach und nach neue Abteilungen mit frischen Atemschutz-Rettungskräften nachgeordert werden.

Rauchentwicklung machte zu schaffen

Das Feuer wütete zunächst vor allem in Inneren des erst kürzlich umgebauten Bauernhauses. Es kam zu enormer Rauchentwicklung auch außerhalb des Gebäudes. Da die Brandbekämpfung wegen der starken Dachisolierung wenig Ansatzpunkte fand, mussten Feuerwehrleute aus Bad Säckingen von der Drehleiter herab das Dach öffnen. Hier gab es dann Ziele für den Wasserangriff.

Die Löscharbeiten waren erst zwischen 6 und 7 Uhr beendet, die Feuerwehren rückten nach und nach ab. Zurück blieb eine Brandwache, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass unentdeckte Glutnester nochmals aufflammten.

Das Haus am Tag danach. Es ist nicht mehr bewohnbar.
Das Haus am Tag danach. Es ist nicht mehr bewohnbar. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Gebäude nicht dauerhaft bewohnt

Wie die Polizei am Sonntag berichtete, war das Gebäude nicht dauerhaft bewohnt, weshalb auch keine Personen in Notunterkünften untergebracht werden mussten. In dem Haus seien Büroräume eines Gewerbebetriebes untergebracht wie auch Ferienwohnungen. Bei dem verletzten Mann habe es sich um einen Angestellten des Betriebes gehandelt.

Am Montag wurde diese Aussage korrigiert: Sowohl der Mann lebte demnach ständig in dem Wohn- und Gewerbebereich des Hauses, daneben wohnte eine sechsköpfige Familie in einer Wohnung im Haus. Während der Mann bereits anderweitig untergekommen ist, gibt es laut dem Rickenbacher Bürgermeister Dietmar Zäpernick auch gute Perspektiven für die Familie, die nach wie vor im Urlaub weilt. Es gebe eine gemeindeeigene Wohnung für derartige Notfälle. Außerdem sei auch ein Angebot aus der Bürgerschaft eingegangen, so Zäpernick.

Laut Polizei dürfte die Schadenshöhe im mittleren sechsstelligen Bereich liegen, das Haus ist derzeit nicht bewohnbar. Die weiteren Ermittlungen werden vom Polizeiposten Görwihl geführt.