Die Fahrt zum Recyclinghof gehört für die meisten von uns zur festen Wochenendroutine. Hier kennt man sich – hier hilft man sich. Um die Geselligkeit bei diesem Entsorgungsritual noch weiter zu fördern, hat das Landratsamt Waldshut die "Nacht der Recyclinghöfe" ausgerufen. Die Recyclinghöfe Bad Säckingen, Bonndorf, Jestetten, St. Blasien und die Grünkompostierungsanlage Küssaberg laden am Freitag, 22. Juni, zwischen 19 und 21.30 Uhr zum gemütlichen Beisammensein ein. Es gibt Wurst und Getränke sowie Musik von Vereinen der jeweiligen Gemeinden.

Informationen über die Biotonne

Auf der Grünkompostierungsanlage Küssaberg/Ettikon und dem Recyclinghof Bad Säckingen wird außerdem eine Beratung rund um die Biotonnen angeboten. Darüber hinaus können in dieser Zeit wie üblich Wertstoffe abgegeben werden.

Jetzt wird es auf dem Recyclinghof gemütlich

Die Idee geht auf Landrat Martin Kistler zurück, der regelmäßig samstags selbst zum Recyclinghof fährt und dort immer wieder mit Bürgern ins Gespräch kommt. Nur der gemütliche Rahmen fehlte bisher, da war der Gedanke an Bratwurst und Sitzgarnitur nicht weit weg. "Am Anfang waren wir skeptisch, aber mittlerweile haben sich schon erstaunlich viele Leute angemeldet", sagt Christian Hoch, Leiter der Grünkompostierungsanlage und des Recyclinghofs Ettikon in Küssaberg. Mehr als 20 Zusagen habe er bereits erhalten.

Christian Hoch (rechts), der Leiter des Recyclinghofs Küssaberg und seine Mitarbeiter, hier Alfred Böhler, sorgen dafür, dass jeder Wertstoff am Ende des Tages im richtigen Container landet. Bild: Peter Rosa
Christian Hoch (rechts), der Leiter des Recyclinghofs Küssaberg und seine Mitarbeiter, hier Alfred Böhler, sorgen dafür, dass jeder Wertstoff am Ende des Tages im richtigen Container landet. Bild: Peter Rosa

Viele interessieren sich besonders für das Informationsangebot über die Biotonne, das von Elmar Weißenberger, dem Leiter des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft angeboten wird. "Ich finde das klasse", freut sich Rosmarie Wittner aus Berau über die Idee einer geselligen Veranstaltung auf dem Recyclinghof. "Mein Mann will zwar immer schnell weiter, aber bei so einer Gelegenheit könnte man sich kennenlernen, während man bei der Wertstoffentsorgung etwas Gutes tut."

Christian Hoch ist Leiter des Recyclinghof Küssaberg: "Regelmäßig erleben wir, wie sich hier Leute treffen, die sich zuvor aus den Augen verloren haben. An den Containern gibt es dann das freudige Wiedersehen." Bild: Peter Rosa
Christian Hoch ist Leiter des Recyclinghof Küssaberg: "Regelmäßig erleben wir, wie sich hier Leute treffen, die sich zuvor aus den Augen verloren haben. An den Containern gibt es dann das freudige Wiedersehen." Bild: Peter Rosa

Viele der regelmäßigen Besucher kennt Christian Hoch bereits seit Jahren. Das Einzugsgebiet seines Recyclinghofs reicht dabei weit über die Gemeindegrenzen hinaus, nicht zuletzt weil es hier eine Kasse gibt, wo bei Sperrmüllabgabe direkt bezahlt werden kann. Nicht selten komme es zu kuriosen Wiedersehen. Hoch: "Regelmäßig erleben wir, wie sich hier Leute treffen, die sich zuvor aus den Augen verloren haben. An den Containern gibt es dann das freudige Wiedersehen."

Ort der Kuriositäten

Überhaupt ist der Wertstoffhof ein Ort der Kuriositäten. Angefangen bei staubkorngroßen Holzsplittern, über Knopfbatterien bis hin zu riesigen Klavierorgeln und Garagentoren landet hier alles, wessen sich Menschen entledigen wollen. Nicht selten ist auch Neues dabei, wie zum Beispiel ein Staubsaugerroboter, den ein Senior geschenkt bekommen hatte und nichts damit anzufangen wusste. Aber auch noch gutes Altes. Zwar dürfe nichts mitgenommen werden, immer wieder schicke man das eine oder andere Fundstück ins Müllmuseum Wallbach, so Hoch.