Die Freude aller Beteiligten war groß, als Ende dieser Woche in den Räumen des Landratsamtes der Vertrag mit dem nun gefundenen Betreiber des landkreisweiten öffentlichen Glasfasernetzes unterzeichnet werden konnte. Die Schönauer Firma Stiegeler IT hatte nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag bekommen.

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„Mit diesem Vertrag ist ein Meilenstein erreicht“, hob Landrat Martin Kistler die Bedeutung für den Landkreis hervor. Indem die Haushalte im Landkreis Stück für Stück in den nächsten Jahren mit Glasfaser direkt in die Häuser (FTTH) versorgt werden können, würde sich die vormals starke Benachteiligung vielerorts zu einem Standortvorteil wandeln. Das sei sowohl im Bereich Bildung, als auch für die Landwirtschaft mit ihren datenreichen Antragsplänen und auch für die Wirtschaft von enormer Bedeutung.

Landkreis hat aufgeholt

„Es war wichtig, dass wir diese EU-weite Ausschreibung geordnet, sauber und vor allen Dingen rechtsfest hinbekommen“, begründete der Geschäftsführer des Zweckverbandes Breitband im Landkreis Waldshut, Walter Scheifele, die Dauer des Verfahrens. Hohentengens Bürgermeister, der stellvertretende Vorsitzende des Zweckverbands, Martin Benz, bekräftigte: „Es ist unglaublich, wie wir im Vergleich zu anderen Landkreisen aufgeholt haben.“ Das sei früher, unter anderer Führung schwieriger gewesen. „In der Summe ist es sensationell, wie das gelaufen ist.“

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Die ersten Anschlüsse im Landkreis, die durch die nun gefundene Firma Stiegeler IT auf ihren Leitungen Signal empfangen werden, liegen in der IKZ Stühlingen (Interkommunale Zusammenarbeit). Hier hatten sich die Gemeinden Stühlingen, Bonndorf, Ühlingen-Birkendorf, Wutach und schließlich auch Grafenhausen zusammengeschlossen und somit unter anderem bei der Zuschussbeantragung an das Land Vorteile nutzen können. Laut Betreiberfirma habe der Zulauf nach Stühlingen Priorität. „Nach Installation der aktiven Technik erfolgt dort Teilbetrieb“, so Felix Stiegeler.

Bonndorf gehört zu den ersten

Stichdatum dafür sei derzeit der 1. September dieses Jahres. „In der Folge sind wir dann davon abhängig, wann der Backbone und die Ortsnetze weitergebaut werden, damit diese sukzessive in Betrieb gehen können.“ Noch früher, nämlich vermutlich im Juni, könne man Teile von Bonndorf (Gündelwangen und Ebnet) versorgen. Dort sind Ortsnetze und Backbone – geplant und gebaut durch die Stadt Bonndorf – für die Übergabe an den Betreiber fertiggestellt. Die Zuleitung könne dort vorerst über Löffingen bewerkstelligt werden.

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Für einige der Gemeinden könnte der nun gefundene Betreiber auch interessant sein als Partner in Sachen Ortsnetzplanung und -bau. Denn noch nicht alle Gemeinden haben ihre Planungen entsprechend voran getrieben. Neben der IKZ Stühlingen steht die IKZ Dachsberg mit acht Mitgliedsgemeinden (inklusive Schluchsee) in den Startlöchern. Laufenburg, Wehr und Weilheim hätten ihre Anträge gestellt, wie Martin Benz berichtete. Diese hoffe er, dass nach demselben Zuschussmodell gefördert würden, was bei einem anstehenden Gespräch im zuständigen Landesministerium abgeklärt werden solle.

Für die Gemeinden drängt die Zeit

„Die Gemeinden haben dieser Versorgung nicht immer denselben Stellenwert eingeräumt, für nachfolgende wird es sicher nicht leichter“, erläuterte Walter Scheifele zur Zuschuss-Situation. Zudem würden Übergabepunkte in den nächsten Wochen endgültig festgelegt, womit die Gemeinden, die in ihrer Planung noch nicht so weit sind, dann leben müssten, ergänzte Martin Benz. „Irgendwann ist Deadline, dann können wir keine Rücksicht mehr auf die Gemeinden nehmen, die sich nicht auf den Weg gemacht haben“, so Benz.