Die Jubiläumsausgabe des Grand Salons im Kulturhaus Villa Berberich kommt anders daher, ist nicht mehr juriert, aber kuratiert. Die in Wehr lebende italienische Malerin Elena Romanzin hat alle Künstler und deren Kunstwerke selbst ausgewählt. Mit 45 Teilnehmern sind es weniger als im Vorjahr, dafür bekommen sie mehr Platz eingeräumt, auch für mehrere Arbeiten, weil man von der engen „Petersburger Hängung“ abgekommen ist.

Selbstporträt mit Tochter: Conrad Schierenberg aus Dachsberg hat Bildnisse von sich und seiner jüngsten Tochter Freya zu einer bemerkenswerten Montage zusammengefügt.
Selbstporträt mit Tochter: Conrad Schierenberg aus Dachsberg hat Bildnisse von sich und seiner jüngsten Tochter Freya zu einer bemerkenswerten Montage zusammengefügt. | Bild: Jürgen Scharf

 

Auch gibt es nur noch die drei Gewinner der Publikumspreise, auf die Kategoriepreise wird verzichtet. Was von der Tradition beibehalten wurde – und der Salon ist inzwischen ein fester Bestandteil im Kultur- und Veranstaltungskalender der Stadt Bad Säckingen geworden -, ist die räumliche Aufteilung in Themen und Genres. Räume für Porträts, abstrahierte Malerei, Surrealismus, Symbolismus, Stillleben und Landschaft laden zum Betrachten ein; der Genreraum heißt jetzt „Geschichten“. Alle traditionellen Medien sind in den Sparten Malerei und Skulptur sind im Grand Salon vertreten.

Bilder des Grand Salons im Kulturhaus Villa Berberich in Bad Säckingen, von links oben im Uhrzeigersinn nach links unten:Lebenslinien symbolisiert die Holzskulptur der Bernauer Künstlerin Christel-Andrea Steier; „Fliegen“, ein surrealistisches Bild von Josef Hasenöhrl; Strandimpressionen aus Borkum von Marc Langer. „Auftritt“: Das Bild von Jurij Frey erzählt eine Geschichte; „Shark Mandala“ von Stefano Gentile.Besonderer Anziehungspunkt im Bad Säckinger Grand Salon ist der Porträtraum mit dem Bildnis „Tanja“ von Seona Sommer und dem Bild „Rot“ von Melanie Tilkov; Zeitkritisches Objekt „Big Data“ aus Kupferkabeln von Ulrich Wössner.
Bilder des Grand Salons im Kulturhaus Villa Berberich in Bad Säckingen, von links oben im Uhrzeigersinn nach links unten:Lebenslinien symbolisiert die Holzskulptur der Bernauer Künstlerin Christel-Andrea Steier; „Fliegen“, ein surrealistisches Bild von Josef Hasenöhrl; Strandimpressionen aus Borkum von Marc Langer. „Auftritt“: Das Bild von Jurij Frey erzählt eine Geschichte; „Shark Mandala“ von Stefano Gentile.Besonderer Anziehungspunkt im Bad Säckinger Grand Salon ist der Porträtraum mit dem Bildnis „Tanja“ von Seona Sommer und dem Bild „Rot“ von Melanie Tilkov; Zeitkritisches Objekt „Big Data“ aus Kupferkabeln von Ulrich Wössner. | Bild: Jürgen Scharf

Bei der Eröffnung des fünften und letzten Kapitels Grand Salon waren viele Künstler anwesend, teils von weither angereist, aus Rotterdam und Wien. Mit Susanna Heim war auch die neue Kulturreferentin des Landkreises Waldshut unter den Gästen. Wie immer trifft man auf einige bekannte regionale Künstler, speziell im skulpturalen Bereich.

Blick in die fünfte Grand Salon-Ausstellung auf die Stillleben "Süßes Leben" von Marga Golz
Blick in die fünfte Grand Salon-Ausstellung auf die Stillleben "Süßes Leben" von Marga Golz | Bild: Jürgen Scharf

Christel-Andrea Steier aus Bernau zeigt zwei ihrer verschlungenen Holzskulpturen, betitelt „Lebenslinie“ und „Lebensreise“, Roland Köpfer aus Laufenburg präsentiert ebenfalls zwei Holzskulpturen, eine in Form einer Flamme, Ralf S. Rosa aus Grafenhausen eine Skulptur aus Ahorn.

Lebenslinien symbolisiert die Holzskulptur der Bernauer Künstlerin Christel-Andrea Steier
Lebenslinien symbolisiert die Holzskulptur der Bernauer Künstlerin Christel-Andrea Steier | Bild: Jürgen Scharf

Das Künstlerpaar Mechthild Ehmann und Conrad Schierenberg aus Dachsberg bereichert den Salon, sie mit einem Schiff („Charon“) aus Massivglas, er mit einer Montage aus expressiv abstrahierten Selbstporträts und Bildnissen seiner Tochter Freya. Auch aus dem westlichen Landkreis Lörrach ist Beteiligung zu vermelden.

"Shark Mandala" von Stefano Gentile
"Shark Mandala" von Stefano Gentile | Bild: Jürgen Scharf

Ein Drittel aller ausstellenden Künstler ist im Grand Salon neu dabei. Organisator Frank von Düsterlho, der zusammen mit Romanzin das Ausstellungprojekt begann, favorisiert eine „gesunde Mischung“, Erneuerung und Qualitätssteigerung. Einen bemerkenswerten Einstand gibt die Kasseler Künstlerin Christine Reinckens mit einer modernen femininen Variation der Kreuzlegung des aufgebahrten Christus nach Holbein mit drei liegenden Frauenakten in einem Kasten.

Anziehungspunkt im Grand Salon ist der Porträtraum mit dem Bildnis "Tanja" von Seona Sommer und dem Bild "Rot" von Melanie Tilkov.
Anziehungspunkt im Grand Salon ist der Porträtraum mit dem Bildnis "Tanja" von Seona Sommer und dem Bild "Rot" von Melanie Tilkov. | Bild: Jürgen Scharf

Staunend bleibt das Sehpublikum auch vor anderen Kunstwerken stehen: vor dem paradiesischen „Sündenfall“ Andrea Berthels (Rheinfelden/Schweiz), dem brillanten fotorealistischen Porträt „Tanja“ von Seona Sommer oder den unglaublich perfekt gezeichneten Bleistiftbildnissen Flavio Apels, der „Circe“ im Spitzenkleid mit Essbesteck und Hirschkäfer auf dem Teller darstellt.

 

Weitere Informationen zur Ausstellung erhalten Sie hier:
www.grand-salon.de