Das erste Konzert der diesjährigen Reihe „Das Geistliche Konzert“ zum Patrozinium der katholischen Pfarrgemeinde St. Georg bot wieder einmal ein besondere Konzerterlebnis. Die Musik des Barock im Wechsel mit rhythmischer Percussion an selbstgebauten Instrumenten, an Gegenständen wie Blumentöpfen, Kaffeetassen, Metallstangen und Holzbrettern – höchst ungewöhnlich, spannend und verblüffend.

Wie immer organisiert von Kantor Andreas Konrad, der ab an an mutig die üblichen Pfade der klassischen Kirchenmusik verlässt, und die Konzertbesucher, die Musikliebhaber, davon nicht wenige treue Kirchgänger, ins kalte Wasser wirft. Unter dem Thema Natur versus Gesetz traten das Barockensemble L‘Estro Armonico und die Black Forest Percussion Group auf.

Das Werk Johann Sebastian Bach‘s „Musikalisches Opfer“, basierend auf dem Thema Regium (Königliches Thema) mit seinen sieben Kanons, eine Auftragskomposition des preußischen Königs Friedrich II, aufgeführt von vier Musikerinnen und Musikern an alten Barockinstrumenten wie das prachtvolle Cembalo, der Traversflöte, dem Cello und der Geige, eröffnete das denkwürdige Konzert.

J.S. Bach, der als Meister der Gesetzmäßigkeit gilt, dessen Werke durch ihre pure Strenge eine enorm große Sinnlichkeit und Lebendigkeit erfahrbar machen, gibt mit diesem Werk den Musikern lediglich den Rat „Wer suchet, der findet“ mit auf den Weg. Die Interpretation des Ensembles das klangvolle, raumfüllende Spiel an den alten Instrumenten, der warme, warme weiche Klang der Traversflöte, das perkussive Cembalo, das Violoncello und die Barockvioline brachten die alte Musik in der Erzinger Pfarrkirche in ihrer ganzen virtuosen ganzer Pracht zum Klingen.

Einen strengen, ungewohnten Kontrapunkt, nicht nur was die Instrumentierung betraf, setzte die Black Forest Percussion Group. Die vier Musiker führten mit der Komposition des Pulitzer-Preisträgers David Lang „The so-called Laws of Nature“, daraus Part 2 und Part 3, die Konzertbesucher in ungewöhnliche Klangwelten. Die minimalistischen, scheinbar endlos wiederkehrenden Grundthemen, unisono gespielt mit selbst gebauten Percussioninstrumenten aus Metall, Holz oder Keramik sorgten vermutlich bei den meisten Zuhörern vorerst für große Verwunderung oder gar Verblüffung. Zum Konzertende gab es lang anhaltenden Beifall, zweimal wurden die Musiker so zurück in den Altarraum gerufen.