Die erste öffentliche Gemeinderatsitzung in Jestetten in Zeiten von Corona stand ganz im Zeichen des Virus. Um die Abstandsregelungen einhalten zu können, wurde die Sitzung in die Gemeindehalle verlegt, wo die Tische für die Gemeinderäte und Sitzgelegenheiten für die Zuhörer großzügig im Saal verteilt wurden.

Grenzschließung sei fragwürdig und willkürlich

Konrad Schlude (CDU) lobte denn auch die Verwaltung für ihr Handeln in der Corona-Krise. Doch auch bei ihm brennt das Thema Grenzschließung, wie wohl den allermeisten Bewohnern des ehemaligen Zollausschlussgebietes, auf den Nägeln. Er wollte von Bürgermeisterin Ira Sattler wissen, wie die Schüler wieder nach Singen kommen können und kritisierte die Grenzschließung als fragwürdig. Noch weiter ging sein Fraktionskollege Lothar Altenburger. „Die Schließung der Grenze ist reine Willkür“, befand er und wies auf dem Umstand hin, dass beispielsweise der Kanton Schaffhausen noch weniger Corona-Fälle bestätigt hat, als der ebenfalls wenig betroffene Landkreis Waldshut.

Weg aus der Gemeinde führt durch Dettighofen

Wie schwierig das Leben im östlichen Landkreis sich inzwischen gestaltet, der gesellschaftlich und ökonomisch überaus eng mit der Schweiz verknüpft ist, konnte man an der Aussage von Bürgermeisterin Ira Sattler ablesen. Sie berichtete, noch nie so oft in Dettighofen gewesen zu sein wie in den vergangenen Wochen; egal wo man hin möchte, es gibt nur diesen einen 800 Meter breiten Korridor aus dem Jestetter Zipfel heraus.

Das könnte Sie auch interessieren

Immerhin versicherte die Bürgermeisterin, dass im Augenblick alle Kanäle bemüht werden. „Wir arbeiten auf allen Ebenen“, sagte Ira Sattler, „um die Öffnung der Grenzen zu ermöglichen. Für die Schüler, die in den Landkreis Konstanz müssen, soll eine Regelung, analog zu den Pendlern, erreicht werden. „Am einfachsten ist es, wenn die SBB-Züge wieder in Jestetten halten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Es wurde einmal mehr offensichtlich, dass die Regierenden in Berlin wenig Ahnung von den Verhältnissen in unserer Region haben, so Sattler. Befremdlich ist für die Bürgermeisterin jedoch der Umstand, dass die Grenzen zu Luxemburg, Belgien und den Niederlanden nicht geschlossen wurden, mit der Begründung, es handele sich dort um ein Gebiet mit engen Verflechtungen über die Grenzen hinweg. „Was ist bei uns anders als im Westen?“, fragte die Bürgermeisterin rhetorisch.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.