Einmal mehr ist das alte Schulhaus in Jestetten ein Anziehungspunkt für Kunstfreunde. Noch bis zum Sonntag, 23. September, zeigen Ilse Werner und Gerhard Schwarz ihre Werke in den Räumen des aus der Renaissance stammenden Gebäudes. Die Gemeinde Jestetten hat es vor einigen Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und stellt es heute kulturellen Zwecken zur Verfügung.

Dietrich Veigel, Vorsitzender des Kulturkreises, begrüßte die Gäste bei der Vernissage im alten Schulhaus.
Dietrich Veigel, Vorsitzender des Kulturkreises, begrüßte die Gäste bei der Vernissage im alten Schulhaus. | Bild: Ralf Göhrig

Sichtlich zufrieden zeigte sich Dietrich Veigel, Vereinsvorsitzender des Kulturkreises, anlässlich der Vernissage über die Tatsache, dass auch Künstler von außerhalb Jestettens und der Umgebung im ehemaligen Zollausschlussgebiet ihre Werke zeigen. „Künstler, die bereits in Berlin, Lübeck oder Zürich ihre Werke ausgestellt haben, haben nun Jestetten als Ausstellungsort gefunden“, schwärmte Veigel.

Großer Andrang herrschte bei der Vernissage zur Ausstellung im gotischen Saal.
Großer Andrang herrschte bei der Vernissage zur Ausstellung im gotischen Saal. | Bild: Ralf Göhrig

Ilse Werner, geboren im Jahr 1954 in Waldshut, lebt und arbeitet in Rickenbach. Nach Jestetten hat sie ihre Bilder mitgebracht: aussagekräftige, farbenfrohe Stillleben, die Freude ausstrahlen.

Die Besucher unterhalten sich angeregt.
Die Besucher unterhalten sich angeregt. | Bild: Ralf Göhrig

Aber auch die Werke des Sulamith-Zykluses, die im Obergeschoss ausgestellt sind: Nackte, dunkel gehaltene Gesichter auf weißer Leinwand, die Bezug auf die Todesfuge von Paul Celan nehmen und den Betrachter in einen seltsamen Bann ziehen.

Besucher der Vernissage vor den farbenfrohen Bildern von Ilse Werner.
Besucher der Vernissage vor den farbenfrohen Bildern von Ilse Werner. | Bild: Ralf Göhrig

Genauso viel zu entdecken hat der Besucher bei den Keramiken von Gerhard Schwarz. Der pensionierte Lehrer wurde 1955 in Radolfzell geboren und lernte im Jahr 1982 die Raku-Technik, eine spezielle Brenntechnik, die aus Japan stammt und durch besondere Brennweise ein typisches Craquelé hinterlässt.

EIne avantgardistische Blumenvase von Gerhard Schwarz.
EIne avantgardistische Blumenvase von Gerhard Schwarz. | Bild: Ralf Göhrig

1990 richtete Schwarz eine eigene Werkstatt in Stühlingen ein und stellt seit damals auch seine Werke aus. Diese sind ebenso vielfältig wie auch aussagekräftig und zeigen, trotz einer scheinbaren Ausweglosigkeit, meist einen Weg. Dieser endet jedoch, wie bei den Lemmingen, bisweilen im Abgrund – oder doch auch nicht, wenn der Zug rechtzeitig gestoppt wird.

Wie Lemminge marschieren die Figuren einer ungewissen Zukunft entgegen.
Wie Lemminge marschieren die Figuren einer ungewissen Zukunft entgegen. | Bild: Ralf Göhrig
Besucher diskutieren mit Gerhard Schwarz.
Besucher diskutieren mit Gerhard Schwarz. | Bild: Ralf Göhrig

Öffnungszeiten: Die ausgestellten Werke sind jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag zwischen 16 und 19 Uhr zu besichtigen.