Eigentlich sollte die erste Hochrhein Triennale im Sommer zum 20-jährigen Bestehen des grenzüberschreitenden Skulpturenweges in Hohentengen und Kaiserstuhl stattfinden. Coronabedingt musste sie verschoben werden und es wurde umgeplant. Die Vorbereitungen für einen Kulturspaziergang im späten Frühjahr 2021, an dem zehn Künstler aus Deutschland und der Schweiz ihre Arbeiten zum Thema Grenze präsentieren, sind in vollem Gange.

Vor 20 Jahren begann die Geschichte des grenzüberschreitenden Skulpturenweges. Zwölf Skulpturen sind es mittlerweile, die Natur- und Kunstliebhaber auf dem 9,5 Kilometer langen Rundweg entlang des Rheinufers bei Hohentengen und Kaiserstuhl erwandern können. Mit der ersten Hochrhein Triennale, die künftig alle drei Jahre stattfinden soll, wollte der neu gegründete Trägerverein Kulturbrücke einen Impuls für zukünftige künstlerische Aktivitäten geben.

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Das ursprüngliche Konzept sah neben den Ausstellungen und Aktionen beidseits des Rheins einen direkten Austausch in Workshops, Diskussionsrunden und Vorträgen vor, was sich durch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen nicht realisieren ließ. „Inzwischen haben wir uns darauf verständigt, eine pandamiegerechte Veranstaltung im späten Frühjahr 2021 zu bieten. Dazu erstellen wir eine Broschüre, anhand derer jeder individuell die Ausstellungen und Aktionen an jeweils fünf verschiedenen Orten in Kaiserstuhl und Hohentengen in einem Kulturspaziergang erwandern kann“, erläutert Mechthild Wagner aus Hohentengen, Mitinitiantin des Skulpturenweges und der Hochrhein Triennale. Je nach Lage der Dinge soll es auch eine Eröffnung, eine Kulturnacht und Führungen geben.

Künstler erkunden die Grenzregion

Über das Jahr haben bereits sechs der zehn teilnehmenden Künstler und Künstlerduos die Grenzregion erkundet. Eine von ihnen ist Esther Kempf aus Zürich. Sie kam durch Franz Krähenbühl, der zusammen mit Alain Jenzer die künstlerische Leitung der Triennale übernommen hat, dazu. Was hat sie gereizt, mitzuarbeiten? „Das angedachte Thema „Mobilität“ ist sehr offen und sehr passend zum Grenzübergang“, führt Esther Kempf (40) aus. „Es ist jedes Mal spannend, über eine Grenze zu gehen. Speziell ist hier die Deutlichkeit der Grenze, die Klarheit durch den Fluss und die Brücke.“

Ideen entstehen vor Ort

Ihre künstlerischen Ideen entstehen meist vor Ort. „Man kommt mit einem Fundus an Ideen, sieht eine Situation und stellt eine Verbindung zu dem her, was vorzufinden ist. Mit der Zeit zeigt sich, was besonders anspricht, was machbar ist.“ Drei Tage war Esther Kempf auf Erkundungstour. Hier waren es Lichtquellen in beiden Gemeinden, die etwas in ihr ausgelöst haben.

Flackernde Lampen

Schon vor Langem hat sie angefangen, blinkende, flackernde Lampen zu filmen. „Das hat etwas Spannendes, wie eine Nachricht aus einer anderen Welt.“ Es sei aber auch eine Möglichkeit, zu kommunizieren, etwa über eine geschlossene Grenze hinweg oder im Blinken einen gemeinsamen Rhythmus zu entdecken. Bis zur Realisierung ist allerdings noch viel Vorarbeit zu leisten. Wo lassen sich zwei große Lampen in Sichtkontakt am jeweiligen Ufer aufstellen? Welche Genehmigungen braucht es dafür? Wie lässt sich ein manipuliertes Flackern technisch umsetzen? Woher kommt der Strom? Ob die Idee zum Tragen kommt, ist also noch offen. Es wird auf jeden Fall spannend.

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