Die Kirche in Strittmatt mit einer schlicht geschmückten Weihnachtsfichte bot am frühen Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags einen wunderbaren Rahmen für ein besonderes Musikarrangement. Wie der Strittmatter Organist Karl-Heinz Maier einführend erläuterte, erklangen hier bereits im elften Jahr klassische Werke, vorgetragen von Hobbymusikern der Region unter der musikalischen Leitung von Nelly Ziegler. Unter dem Titel „Instrumente und Klavier“ trafen diesmal die Blechblasinstrumente der Rickenbacher Musikerfamilie Eckert auf Akkordeon und Gesang. Ralf Eckert spielte Horn. Den tiefsten Ton des Abends traf Lukas Eckert an der Tuba. Sein Bruder Simon Eckert spielte Trompete. Zum ersten Mal dabei war Klaus Jehle aus Todtmoos am Akkordeon. Ebenso bereicherte Susanne Kaiser aus Herrischried mit Gesang erstmals die Konzertreihe. Nelly Ziegler saß, wie gewohnt, am Klavier.

Auf dem Programm standen einführend Werke aus dem Barock. Im zweiten Teil ging die Reise vom Spätbarock über die Jahrhundertwende bis in die Moderne. Jedes Werk wartete mit einer anderen Besetzung auf. Den Auftakt bildete das jüngste Ensemble-Mitglied Simon Eckert mit einem Stück von Joseph Haydn, arrangiert für Klavier und Trompete. Spannend war die Darbietung des Stücks "Air" aus der Orchestersuite D-Dur von J. S. Bach in einem Arrangement aus Klavier und Akkordeon. Hier zeigte sich, welche Spannung der Bordun des Akkordeons erzeugen kann. Dem warmen Klang von Susanne Kaisers Mezzosopran hätte man manchmal einen Flügel zur Begleitung gewünscht. Aber Nelly Ziegler entlockte dem Klavier einen fast ebenso virtuosen Klang. Im vorletzten Stück lieferten sich Tuba und Klavier ein witziges Duell. Das Abschlussstück spielten traditionell alle Musiker gemeinsam.

Nelly Ziegler erfüllte sich mit dieser Ensemble-Kombination einen lang gehegten Wunsch. Obwohl alle „die Musik nur nebenbei machen“ und die Weihnachtszeit schon genügend Termine in den Musikvereinen mit sich bringt, gelang dieser gemeinsame Termin durch eisernes Proben seit dem Sommer.

Alle sind „durch die Schule der Vereinsmusik“ gegangen, wie Klaus Jehle im Gespräch scherzhaft formulierte. Und genau diese Musikbegeisterung war im Spiel deutlich zu spüren. Im Mezzosopran von Susanne Kaiser lag so viel Hingabe. Ralf Eckert freute sich über die Gelegenheit, „mal wieder richtig spielen zu können“. Für den Dirigenten des Rickenbacher Musikvereins kommt das direkte Musizieren manchmal zu kurz. Das Publikum in der bis zur hinteren Bank besetzten Kirche honorierte das harmonische Zusammenspiel mit langem Applaus.