Herrischried Annka Mickel will Naturschaugarten hinter dem Hof Berggarten wiederbeleben

Zum Kunststückchenmarkt am 18. Juni gibt es Führungen durch das Kleinod mit den vier Figuren Stehli-Fürst, Jäger vom Freiwald, Heidewiibli und dem Riesegeist.

Moosbewachsen schlummern in Großherrischwand vier sagenhafte Figuren in dem botanischen Naturschaugarten der Naturgärtnerei Hof Berggarten. Den öffentlich zugänglichen Garten möchte nun eine engagierte junge Mutter aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken. Annka Mickel ist Naturpädagogin und lebt seit 2012 in Großherrischwand. Ihr ist es ein besonderes Herzensanliegen, dass die Figuren und ihre Erzählungen nicht vergessen werden. Zusammen mit dem Heidewiibli, gespielt von Margrit Eckert-Schneider und der Kräuterpädagogin Sabine Stoll aus Engelschwand plant sie zum Kunststückchenmarkt am 17. und 18. Juni zwei Führungen.

<strong>Das Heidewiibli</strong> gilt als historische Figur des Hotzenwaldes. Zahlreiche Erzählungen sind überliefert. Ihre Figur, originell mit Pfeife, haben Kristine Gelderblom und Markus Olivieri entworfen und aus Beton gegossen.
Das Heidewiibli gilt als historische Figur des Hotzenwaldes. Zahlreiche Erzählungen sind überliefert. Ihre Figur, originell mit Pfeife, haben Kristine Gelderblom und Markus Olivieri entworfen und aus Beton gegossen. | Bild: Sandhya Hasswani

Es scheint, als sei die Zeit stehen geblieben: Wissend schmunzelt das Heidewiibli zum Stehli-Fürscht hinüber, der die Besucher in stolzer Montur am Eingang des Schaugartens empfängt. Aus dem Gebüsch lugt der Jäger vom Freiwald und über die Veilchenwiese wacht spiegelbestückt der Riesegeist.

Ursprünglich gehörte noch der Maysenhardt-Joggeli dazu, doch die Holzfigur zerfiel im Lauf der Zeit. Erschaffen wurden die sagenumwobenen Gestalten allesamt im Jahr 2001 von dem Künstlerpaar Kristine Gelderblom und Markus Olivieri in einer geförderten Aktion der Gemeinde und des Landkreises. Der Hof Berggarten stellte damals seinen Naturschaugarten, der etwas versteckt hinter der Gärtnerei liegt, zur Verfügung. Die entlegene Lage und die geringe Präsenz auf Print- und Beschilderungsflächen mögen dazu beigetragen haben, dass die Figuren in Vergessenheit gerieten. Für Annka Mickel ist es immer noch einer der „schönsten Fleckchen auf unserer Erde“.

<strong>Der Jäger vom Freiwald</strong> gehört zu den schaurigen Sagengestalten. Er wurde aus Eisen geschmiedet und versteckt sich in einer der vielen Nischen des Gartens, der auch sonnige Aussichtsplätze bereit hält.
Der Jäger vom Freiwald gehört zu den schaurigen Sagengestalten. Er wurde aus Eisen geschmiedet und versteckt sich in einer der vielen Nischen des Gartens, der auch sonnige Aussichtsplätze bereit hält. | Bild: Sandhya Hasswani

Seit Frühjahr nutzt sie jede freie Stunde, um den Figuren-Rundgang wieder in Schuss zu bringen. In Eigenengagement hat sie zwei Führungen geplant, die ihm Rahmen des Kunststückchenmarkts am 17. und am 18. Juni (15 Uhr) stattfinden sollen. Dafür konnte sie Margrit Eckert-Schneider gewinnen, die als Heidewiibli die erste Führung am Samstag märchenhaft gestaltet. Sie hat viel über die Sagengestalten zu erzählen. Die zweite Führung am Sonntag wird von Kräuterpädagogin Sabine Stoll geleitet.

„Wir freuen uns sehr, dass wieder Leben in den Figurengarten kommt“, erklärt Künstler Markus Olivieri, der den Kunststückchenmarkt mit organisiert und sich der Region noch immer sehr verbunden fühlt.

<strong>Der Stehli-Fürst</strong> gehört zu den historischen Persönlichkeiten. Das Hotzenwälder Original lebte bis 1938 im Herrischrieder Ortsteil Stehle. Für ihn stand ein Nachfahre, der ihm sehr ähnlich sah, Porträt.
Der Stehli-Fürst gehört zu den historischen Persönlichkeiten. Das Hotzenwälder Original lebte bis 1938 im Herrischrieder Ortsteil Stehle. Für ihn stand ein Nachfahre, der ihm sehr ähnlich sah, Porträt. | Bild: Sandhya Hasswani

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