Trotz Impfkampagnen und Massentests ist mit einer Normalisierung des täglichen Lebens wohl so bald nicht zu rechnen. Gleichwohl können Aufgabenbereiche einer Gemeinde wie etwa die Sorge um die Hasler Erdmannshöhle nicht bis zur Rückkehr zu einem Status „ante coronam“ warten. Gleich in doppelter Hinsicht, als Chef der Gemeindeverwaltung und Schriftführer des Höhlen- und Heimatvereines Hasel, macht sich Bürgermeister Helmut Kima seine Gedanken um die Zukunft.

Viele offene Fragen

Ungewiss ist, ob die Hasler Höhle in diesem Jahr überhaupt noch für den Publikumsverkehr geöffnet wird. Angesichts der räumlichen Gegebenheiten sei die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln nicht zu gewährleisten, gibt Kima im Gespräch zu bedenken. Selbst dann, wenn die Pandemie einen sehr günstigen Verlauf nähme, stelle sich die Frage, ob eine Öffnung Ende August, wenn die Hauptsaison praktisch vorüber sei, überhaupt noch lohne.

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Kima befürchtet außerdem, dass nach zwei Jahren Schließung ein altes Problem zusätzlich verschärft werden könnte. Immer schwieriger sei es geworden, Schüler oder Studenten für einen Job als Höhlenführer zu gewinnen, klagt Kima. Senioren, als zweite in Frage kommende personelle Zielgruppe für die Erdmannshöhle, gehörten wiederum zu den Corona-Risikogruppen. Er selbst stehe auf dem Standpunkt, dass man „im Leben auch mal etwas riskieren sollte“, so Kima. Beim Thema Gesundheit höre der Spaß aber auf.

Nicht recht vorwärts kommen will die geplante technische und digitale Aufrüstung der Erdmannshöhle, die künftig eine Begehung auch ohne Führer ermöglichen soll. Ein entsprechender Antrag auf Fördermittel beim Naturpark Südschwarzwald sei längst gestellt. Dass immer noch keine Antwort im Hasler Rathaus eingegangen ist, wundert Kima jedoch nicht. Es handele sich dabei um sehr „komplizierte Abstimmungsvorgänge“.

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Die Hoffnungen des Hasler Rathauschefs liegen nun in einem Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn, der dem Vorhaben einiges an Zeit ersparen könnte. Sobald dieser eintreffe, werde er das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats bringen und das Projekt der Öffentlichkeit detailliert vorstellen, kündigt Kima an.

Als Schriftführer im Vorstand des Höhlen- und Heimatvereines will Kima die Aktivitäten des 40 Mitglieder zählenden Vereines unter dem Vorsitz von Ursula Jost und Clemens Wittwer keinesfalls auf die Sorge um die Erdmannshöhle reduziert wissen. Corona habe aber auch dem breit gefächerten Engagement um die Traditions-, Brauchtums-, Kultur- und Dorfbildpflege einen Dämpfer versetzt, betont Kima. Ganz ruht die Vereinsaktivität aber nicht.

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Im Mittelpunkt stünde derzeit die Mitarbeit und die finanzielle Unterstützung einer neuen Ortschronik, die in diesem Jahr anlässlich der erstmaligen urkundlichen Erwähnung des Dorfnamens Hasel vor 1200 Jahren erscheinen wird. Eine zweite Aktivität bestehe darin, dass sich die Vereinsmitglieder online über die finanzielle Förderung des Spielplatzes, der in der Hofstraße gebaut werden soll, abstimmen.

Und nach Corona? Kima beschleicht das ungute Gefühl, dass das Vereinsleben im Allgemeinen nach Überwindung der Pandemie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können wird. Sorgen bereiten ihm nicht so sehr die coronabedingten finanziellen Einbußen durch den Wegfall von Veranstaltungen wie etwa dem traditionellen Grillfest an der Erdmannshöhle. Wie viele andere Vereine auch habe der Höhlen- und Heimatverein mit Überalterung seiner Mitglieder und Nachwuchsmangel zu kämpfen.