Die aus Wehr stammende, weltweit bekannte Geigerin Anne-Sophie Mutter wird die Deutsche Krebshilfe für die kommenden fünf Jahre repräsentieren. Sie tritt damit die Nachfolge von Fritz Pleitgen an, der das Amt zehn Jahre innehatte. „Nur mit einer zutiefst empathischen Anteilnahme und tatkräftigen Unterstützung können wir krebskranken Menschen und ihren Angehörigen helfen. Das führt uns die Deutsche Krebshilfe seit ihrer Gründung 1974 durch Mildred Scheel eindrucksvoll vor Augen“, sagt Anne-Sophie Mutter. „Ich freue mich sehr darauf, an dieser unentbehrlichen Aufgabe mitzuarbeiten, denn Krebs ist ein Thema mitten in unserer Gesellschaft“.

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Mit dem Thema Krebs verbindet die Starmusikerin ganz persönliche Erfahrungen, die ihr Leben tiefgreifend verändert haben. Ihr erster Mann Detlef Wunderlich starb 1995 an Lungenkrebs, damals waren die gemeinsamen Kinder erst ein und drei Jahre alt. Anne-Sophie Mutter empfindet es als große Ehre, zum beispielgebenden und wegweisenden Wirken der Deutschen Krebshilfe beitragen zu können.

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„Täglich erhalten allein in Deutschland rund 1400 Menschen die Diagnose Krebs. Diesen Menschen, aber auch ihren Angehörigen zu helfen, ist mir ein tiefes Bedürfnis“, so Mutter. Im Fokus ihres Engagements sieht sie auch die Palliativmedizin: Dort, wo eine Heilung nicht mehr möglich ist, gilt es, die Lebensqualität des Sterbenden bis zuletzt zu erhalten. Zudem liege es ihr sehr am Herzen, sich für die Krebsprävention stark zu machen: „Niemand ist schuld daran, an Krebs zu erkranken, denn die Ursachen dafür sind vielfältig. Jeder kann jedoch dazu beitragen, das eigene Risiko zu senken. Experten sind sich einig, dass sich 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermeiden lassen“, erklärt Mutter. Dazu zähle der Verzicht auf Alkohol und Nikotin, eine ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung.

„Anne-Sophie Mutter ist eine national und international bekannte Ausnahmeerscheinung, eine Frau, die Menschen nicht nur über ihre Musik, sondern vor allem auch durch ihr Einfühlungsvermögen und authentische, unkonventionelle Art begeistert“, erklärt Joachim Faber, Vorsitzender des Stiftungsrats der Deutschen Krebshilfe. „Ich bin davon überzeugt, dass Anne-Sophie Mutter die Anliegen und Ziele der Deutschen Krebshilfe im Sinne der Betroffenen und unserer Unterstützer überzeugend nach außen tragen wird.“

Viele wohltätige Projekte

Die Künstlerin nutzt ihre Prominenz und ihr künstlerisches Wirken bereits seit vielen Jahren, um wohltätige Projekte in aller Welt zu fördern – unter anderem die SOS Kinderdörfer in Syrien, die Schweizerische Multiple Sklerose-Gesellschaft oder „Artists against AIDS“ in den USA. Oder auch in ihrer Heimatstadt Wehr, wo sie regelmäßig Benefizkonzerte zugunsten der Behindertenarbeit in der Öflinger Dienakonie gibt. Anne-Sophie Mutter empfand damals vor allem auch die gesellschaftliche Tabuisierung von Krebs als sehr belastend. „Viele Krebspatienten erleben heute noch ihre Krankheit als soziale Ausgrenzung. Auch wenn sich das öffentliche Bewusstsein – nicht zuletzt dank der Arbeit der Deutschen Krebshilfe – in den vergangenen Jahrzehnten zum Besseren gewandelt hat“, sagt Mutter. Gelänge ein offener Umgang mit Krebs, könnte die Lebensqualität vieler Betroffener deutlich verbessert werden.

Credo von Mildred Scheel

„Über Krebs muss man offen reden, das war das Credo von Mildred Scheel, als sie vor 47 Jahren die Deutsche Krebshilfe gegründet hat – das sage ich nicht nur als ehemaliger Präsident der Deutschen Krebshilfe, sondern auch als Betroffener“, sagt Fritz Pleitgen, der vergangenes Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. „Ich bin mir sicher, dass Anne-Sophie Mutter an ihrer Aufgabe als Präsidentin der Deutschen Krebshilfe sehr viel Freude haben wird.“