Über eine Änderung der Bauvorschriften hatte der Gemeinderat Häusern bereits im September diskutiert. Dabei ging es darum, dass zwischen Garagen oder Carports und der Straße ein Mindestabstand von fünf Metern eingehalten werden soll. Nun wurde Einigkeit darüber erzielt, dass zumindest für Carports ohne Seitenwände ein Abstand zu Straße beziehungsweise Gehweg von einem Meter ausreichend sein soll. Eine entsprechende Änderung der Gestaltungssatzung soll nun ausgearbeitet werden.

Mindestabstand heute nicht mehr nötig

Die Regelung der Gestaltungssatzung, nach der bei Garagen und Carports ein Mindestabstand zur Straße von fünf Metern einzuhalten ist, um parkende Fahrzeuge aus dem Verkehrsraum herauszuhalten, hatte Bürgermeister Thomas Kaiser in der Gemeinderatssitzung im September zur Diskussion gestellt. Seine Begründung: In der Praxis habe sich gezeigt, dass Garagen im Regelfall mit automatischen Toren ausgestattet oder als Carports angelegt würden, sodass der Mindestabstand nicht mehr zwingend benötigt werde. Das Gremium hatte heftig diskutiert, eine Entscheidung wurde damals noch nicht getroffen.

Keine Stellungnahme vom Landratsamt

In der Zwischenzeit hatte der Rathauschef in dieser Angelegenheit Kontakt mit dem Baurechtsamt im Landratsamt aufgenommen. Dort habe man aber die Entscheidung des Gemeinderats nicht beeinflussen wollen und daher keine Stellung bezogen, berichtete Thomas Kaiser. Die Vorstellung, für Garagen und Carports grundsätzlich einen geringeren Grenzabstand zur Straße zuzulassen, stieß nicht auf die Billigung des Gremiums.

Sicht soll nicht eingeschränkt werden

Gerade bei Garagen und geschlossenen Carports könne dies zu einer massiven Veränderung des Ortsbildes führen, sagte der Rathauschef. Diana Kaiser führte mögliche Sichtbehinderungen beim Ausparken ins Feld. Ins Gespräch gebracht wurde eine Alternative, die sich schließlich als tragfähig erwies: Zulässig sein sollen künftig Carports mit offenen Seiten, die zu Straße oder Gehweg einen Abstand von einem Meter einhalten müssen, wobei die Kante des Dachs und nicht etwa ein Pfosten maßgeblich ist. Der Gehweg müsse auf jeden Fall freigehalten werden, betonte Monika Schwinkendorf. Sabine Gruhn ergänzte, Baumaßnahmen oder Schneeräumung dürften nicht gefährdet werden.

Zulässige Gestaltung

Was die Gestaltung der Carports betrifft, dürfen diese nur eingeschossig mit Flachdach oder flachgeneigter Dachform gebaut werden. Verglaste Seitenwände sollen nicht zulässig sein, zudem darf die Entwässerung nicht auf die Straße oder den Gehweg erfolgen. Es soll nun eine entsprechende Änderung der Gestaltungssatzung ausgearbeitet und deren Rechtmäßigkeit vor der Verabschiedung durch das Gremium mit dem Landratsamt abgeklärt werden. Auf die Frage aus dem Gremium erklärte Hauptamtsleiter Bernd Schlageter, die Gestaltungssatzung gelte für die meisten der Bebauungspläne im Ort, die nicht erfassten Bebauungspläne könnten jedoch einbezogen werden.